Papst nimmt Amtsverzicht Erzbischof Graubners an – Nachfolger ernannt

Wechsel an der Spitze des tschechischen Hauptstadtbistums: Papst Leo XIV. hat den altersbedingten Amtsverzicht des Prager Erzbischofs Jan Graubner (77, Foto oben) angenommen. Zugleich ernannte er Stanislav Pribyl (54), bislang Bischof von Litomerice (Leitmeritz), zum neuen Primas von Böhmen, wie der Vatikan am Montag mitteilte.
Pribyl ist seit April 2025 Vize-Vorsitzender der Tschechischen Bischofskonferenz, deren Generalsekretär er zuvor war. Im November 2023 hatte ihn Papst Franziskus (2013–2025) zum Leiter des Bistums Leitmeritz in Nordböhmen ernannt; die Bischofsweihe im März 2024 spendete ihm Graubner.
1996 wurde Pribyl zum Priester geweiht. Er ist Mitglied des Redemptoristenordens, dessen Provinzial er von 2002 bis 2011 war. Von 2004 bis 2008 war er Caritas-Präsident im Erzbistum Prag. Neben Doktortiteln in Theologie und Kunstgeschichte hat der Geistliche auch einen Master-Abschluss in Ökonomie und Management.
Graubner war 2020 schwer krank
Graubner hatte das Erzbistum Prag seit 2022 als Nachfolger von Kardinal Dominik Duka geleitet und bereits im August 2023 sein 75. Lebensjahr vollendet. In diesem Alter müssen Bischöfe dem Papst laut Kirchenrecht ihren Amtsverzicht anbieten. Papst Franziskus ließ ihm schon bei der Ernennung im Mai 2022 mitteilen, dass er noch für drei, vier Jahre mit ihm rechne.
Als Erzbischof von Olomouc (Olmütz) und Metropolit von Mähren hatte sich Graubner bereits auf seinen Ruhestand mit Erreichen der Altersgrenze vorbereitet. 2020 war er schwer an Covid-19 erkrankt. Am Ende konnte er seine Amtsgeschäfte aber doch wieder aufnehmen. (KNA)