Segen am 3. Februar

Jugendseelsorger: Warum der Blasiussegen heute noch gefragt ist

Veröffentlicht am 03.02.2026 um 00:01 Uhr – Von Leticia Witte (KNA) – Lesedauer: 

Bonn ‐ Kerzen, Handauflegung, persönlicher Zuspruch: Rund um den 3. Februar zieht der Blasiussegen viele Menschen an – auch junge. Jugendseelsorger erklären, warum das alte Ritual heute neue Bedeutung hat.

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Schlange stehen in der Kirche? Das klingt wie aus einer anderen Zeit, besuchen doch immer weniger Menschen die Gottesdienste. Anfang Februar jedoch sind solche Ansammlungen keine Seltenheit, denn dann steht der Blasiussegen an. Er ist beliebt und soll vor Halskrankheiten schützen. Sein Namensgeber, der heilige Blasius, gilt auch als Schutzpatron gegen das unpassende Wort. Und dies ist in Zeiten von Spaltung, Cyber-Mobbing und mangelndem Respekt immer aktuell. Der Festtag des Heiligen ist der 3. Februar. Rund um dieses Datum bieten katholische Gemeinden den Blasiussegen an.

Unter denen, die ihn empfangen, sind nicht wenige junge Leute. "Viele junge Menschen sehnen sich nach Zeichen der Zuwendung. Sie hoffen auf himmlischen Beistand, selbst wenn sie das christliche Gottesbild nicht unbedingt teilen. Segensfeiern kommen deswegen generell gut an", sagt der Bonner Stadtjugendseelsorger Christian Jasper der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). "Das Schöne am Blasiussegen ist, dass jeder kommen kann, ohne weitere Voraussetzungen zu erfüllen. So wird besonders deutlich: Jeder Mensch ist von Gott geliebt – bedingungslos."

"Zeichen der Hoffnung"

Gerade junge Menschen erlebten die Welt zuweilen als trostlos und zerbrechlich, Einsamkeit sei verbreitet. "Kerzen, eine Handauflegung und der persönliche Zuspruch können in dieser Situation ein Zeichen der Hoffnung sein, das viele dankbar annehmen", meint der Kaplan.

Allerdings seien Glaube und kirchliche Riten auch für viele junge Menschen weniger selbstverständlich geworden – vieles müsse man heute besser erklären, um beispielsweise ein "magisches Missverständnis" zu vermeiden, betont Jasper. "Als Jugendseelsorger werbe ich aber dafür, den Blasiussegen nicht als cringe, als peinliche Tradition, abzutun, sondern ihn als Chance zu sehen, sich im Glauben stärken zu lassen."

„Segen ist kein Zauber, Segen ist Beziehung und Vertrauen.“

—  Zitat: Weihbischof Matthias Heinrich

Der Segen wird zu einer Jahreszeit des Hustens und Halskratzens gespendet. Manch einer vertraut dann nicht nur gängigen Hausmitteln, sondern erhofft sich auch eine gewisse überirdische Unterstützung. Der Berliner Weihbischof Matthias Heinrich gibt zu bedenken: "Das heißt nicht, dass man nicht sorgsam mit seiner Gesundheit umgehen soll und sich mit Schal und Hustenbonbons ausstattet, wenn man sich der feuchten Kälte aussetzt." Der Blasiussegen sei "kein Versicherungsschutz, kein Grund sich leichtfertig zu verhalten", erklärte Heinrich vor einiger Zeit auf der Internetseite des Erzbistums Berlin. Und: "Segen ist kein Zauber, Segen ist Beziehung und Vertrauen."

Der Blasiussegen ist keine Modeerscheinung, er entstand bereits im 16. Jahrhundert. Ein Priester hält dabei zwei gesegnete, in Form des Andreaskreuzes schräg angeordnete brennende Kerzen vor Gesicht und Hals jedes Einzelnen. Es können auch zwei in sich verschlungene Kerzen sein. Der zu Segnende soll auf Fürsprache des Heiligen vor Halskrankheiten und anderem Bösen bewahrt werden.

Von der Kita bis zur Schützenbruderschaft

Blasius war Bischof von Sebaste, Arzt und Märtyrer – er soll nach grausamer Folter im Jahr 316 enthauptet worden sein. Er gilt als ein vielseitiger Heiliger und ist auch Patron der kroatischen Stadt Dubrovnik, der Blasmusikanten, Weber, Tiere und Ärzte. Dass er Patron von so vielen Berufsgruppen und Tieren wurde, hat sich im Laufe der Jahrhunderte im Osten und Westen entwickelt. Blasius gehört wie die heilige Barbara zu den 14 Nothelfern.

Er soll sich vor den Christenverfolgern versteckt haben, wurde jedoch entdeckt und kam ins Gefängnis. Dort bewahrte er laut der Überlieferung einen Jungen vor dem Ersticken an einer Fischgräte. Daher kommt der ihm zugeschriebene Schutz vor Halskrankheiten. Im Osten wird Blasius als betagter Bischof mit Spitzbart und Buch, im Westen mit Mitra, Stab und Kerzen dargestellt. Reliquien, also sterbliche Überreste von Heiligen, werden in mehreren Kirchen in Deutschland und auch in Dubrovnik verehrt.

Dass der heilige Blasius offenbar ein Sympathieträger über die Zeiten hinweg ist, zeigt sich daran, dass nicht nur Kirchen nach ihm benannt sind, wie zum Beispiel der Dom Sankt Blasien im Schwarzwald. Auch Kindergärten und Schützenbruderschaften tragen seinen Namen.

Von Leticia Witte (KNA)