Vier Jesuiten und ein Priester am Nachthimmel geehrt
Gleich vier Jesuiten wurden neu mit der Benennung von Asteroiden geehrt. Die geehrten sind Naturwissenschaftler aus den USA, Österreich und Großbritannien, teilte die Arbeitsgruppe für die Benennung kleiner Himmelskörper der Internationalen Astronomischen Union (IAU) in ihrem jüngsten Bulletin (Februar 2026) mit. Damit wurden 2026 bereits sechs Asteroiden nach Jesuiten benannt, im gesamten Vorjahr waren es sieben.
In der jüngsten Runde sind der US-Amerikaner David A. Brown (geboren 1967), die Österreicher Alois Gatterer (1886–1953) und Ernst Salpeter (1912–1976) sowie der Brite Danie Joseph O'Connell (1896–1982) vertreten. Alle vier haben zu verschiedenen Zeiten an der vatikanischen Sternwarte gewirkt. Die nach ihnen benannten Asteroiden im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter tragen nun die Namen "(747532) Davidabrown", "(780137) Gatterer", "(811540) Ernstsalpeter" und "(836112) Danieloconnell".
Neben den Jesuiten wurde der spanische Priester Ramón María Aller Ulloa (1878–1966) geehrt ("(29691) Ramónallerulloa"), der 1912 die erste Sternwarte in Galicien sowie 1943 die heute nach ihm benannte Sternwarte an der Universität von Santiago de Compostela gründete.
Nicht nur Kirchenleute mit wissenschaftlicher Expertise
Aufgrund des Engagements der Jesuiten für die Weltraumforschung führen die Mitglieder dieses Ordens mit etwa 50 Personen die Liste der mit Asteroiden geehrten Kirchenleute an. Aber auch kirchliche Persönlichkeiten ohne astronomische Meriten wurden bereits geehrt, im Januar etwa die heilige Faustyna und die ebenfalls polnische Ordensfrau Ursula Ledóchowska.
Die Benennung von Asteroiden ist ein mehrstufiger Prozess. Ein neuer Himmelskörper wird registriert, wenn er von einem Beobachter an zwei aufeinanderfolgenden Nächten beobachtet wird. Die Sichtungen müssen dann dem "Minor Planet Centre" der IAU gemeldet werden, das eine provisorische Identifikationsnummer vergibt. Anschließend werden frühere Sichtungen von bislang unidentifizierten Himmelskörpern mit der neuen Sichtung abgeglichen, eventuelle Doppelungen werden zusammengeführt. Sobald aus den Daten eine genaue Umlaufbahn ermittelt werden kann, erhält der Asteroid eine permanente Nummer. Das Recht, einen Namen auszuwählen, kommt dem Forscher zu, der genügend Daten für die Berechnung des Orbits geliefert hat, also nicht notwendig dem ersten Entdecker. Der Namensvorschlag wird dann von der Arbeitsgruppe für die Benennung kleiner Himmelskörper geprüft und schließlich offiziell veröffentlicht. (fxn)
