Hoffnung auf Solidarität der Gesellschaft

Schismatische Klarissen akzeptieren Niederlage, suchen neues Kloster

Veröffentlicht am 03.02.2026 um 11:45 Uhr – Lesedauer: 

Belorado ‐ Monatelang beschäftigte der Fall der ins Schisma abgedrifteten ehemaligen Klarissen von Belorado die Öffentlichkeit – und Gerichte. Nach einer letzten Niederlage lenken sie ein. Trotzdem bleiben sie kämpferisch.

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Die schismatischen Klarissen haben sich mit der Räumung ihres Klosters abgefunden, nachdem der Rechtsweg erschöpft ist. Auch wenn sie ihr ehemaliges Kloster nun verlassen, blieben sie als Gemeinschaft zusammen, heißt es in einer am Montag verbreiteten Erklärung des Sprechers der Frauen: "Ihre Gemeinschaft geht über die Mauern des Klosters hinaus. Selbst wenn sie aus Belorado vertrieben werden, bleibt ihre Verbindung bestehen, denn sie sind starke, konsequente Ordensfrauen, die sich tief ihrem Glauben und ihrer Berufung verpflichtet fühlen. "Die Kirche könne ihre Gemeinschaft nicht auflösen, die ehemaligen Ordensfrauen würden trotz aller Widrigkeiten standhaft bleiben.

Die verbliebenen ehemaligen Ordensfrauen sind nun auf der Suche nach einer neuen Unterkunft. Dazu haben sie die Kampagne "Queremos un convento" ("Wir brauchen ein Kloster") ins Leben gerufen und bitten die Öffentlichkeit um Solidarität. "Die Nonnen brauchen einen Ort, an dem sie leben und ihre religiöse Berufung weiter ausüben können: ein Haus, ein ehemaliges Kloster oder einen beliebigen Raum, der in ein neues Gemeinschaftsheim umgewandelt werden kann", heißt es auf der Webseite der Kampagne.

Mittlerweile alle Rechtsmittel endgültig ausgeschöpft

Das Erzbistum Burgos hatte zuvor bekannt gegeben, dass das zuständige Provinzgericht in Burgos auch die letzten möglichen Rechtsmittel der ehemaligen Nonnen zurückgewiesen hatte. Die Frauen hatten versucht, durch eine Umwandlung in einen Verein nach staatlichem Recht die Kontrolle über ihr Kloster zu behalten. Alle damit befassten Gerichte bestätigten aber die Position der Gegenseite, dem vom Vatikan bestellten Apostolischen Kommissar Mario Iceta. Diese hatte vertreten, dass das Kloster im Besitz des Ordens als kirchlicher juristischer Person sei und damit Kirchenvermögen, das nicht ohne Zustimmung der Kirche in eine privatrechtliche Rechtsform überführt werden kann. Dies gelte insbesondere nicht von den aus ihrem Orden ausgeschlossenen und wegen Schismas exkommunizierten ehemaligen Ordensfrauen.

Auch ohne das Urteil aus Burgos hätte die Räumung des Klosters am vom Gericht von Briviesca festgesetzten Termin, dem 10. Februar, stattfinden können, da die bis Freitag offenen Rechtsmittel keine aufschiebende Wirkung hatten. Die Räumung des Klosters zieht sich schon gut ein Jahr hin. Sie wurde mehrfach vertagt. Verzögerungen entstanden, weil zunächst nicht alle ehemaligen Ordensfrauen erreicht werden konnten und so eine Ladung vor Gericht nicht möglich war. Später stellte der Anwalt der Frauen einen Befangenheitsantrag gegen den Richter, der durch das zuständige Provinzgericht abgelehnt wurde. Ende Juli entschied das Gericht gegen die Ex-Nonnen. Ein Räumungstermin im Oktober wurde nach Rechtsmitteln der ehemaligen Ordensfrauen abgesagt.

Der Konflikt um die Klarissen von Belorado hat sich in den vergangenen Monaten immer weiter zugespitzt. Im Mai 2024 hatten die Schwestern ein Manifest veröffentlicht, mit dem sie sich von der katholischen Kirche lossagten und erklärten, alle Päpste nach Pius XII. (1939–1958) nicht anzuerkennen. Im Laufe des Konflikts schlossen sie sich verschiedenen schismatischen angeblichen Bischöfen an und wurden aufgrund ihres Schismas exkommuniziert. Alle Schlichtungsversuche des vom Vatikan eingesetzten Päpstlichen Kommissars Mario Iceta, des Erzbischofs von Burgos, scheiterten. (fxn)