Vatikan veröffentlicht die Kondolenzschreiben für Papst Franziskus
Die Anteilnahme der Weltdiplomatie am Tod von Papst Franziskus im vergangenen April lässt sich nun beziffern: Aus 136 Nationen kamen offizielle Kondolenzschreiben im Vatikan an, 160 Delegationen von Staaten und Völkerrechtssubjekten waren bei der Beerdigung anwesend, wie aus der nun veröffentlichten Sedisvakanz-Ausgabe des Amtsblatts des Heiligen Stuhls, der Acta Apostolicae Sedes, hervorgeht. Für Deutschland haben Bundestagspräsidentin Julia Klöckner und der damalige Bundeskanzler Olaf Scholz ein Kondolenzschreiben geschickt, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier führte die deutsche Delegation bei der Trauerfeier an.
Klöckner würdigte in ihrem Schreiben Papst Franziskus als “außergewöhnliches geistliches Oberhaupt”. Schon zu Beginn seines Pontifikats habe sich gezeigt, dass dieser Papst anders sein würde: “Franziskus wollte nah bei den Menschen sein, sprach in einfachen Worten und verzichtete auf übermäßigen Pomp.” Er sei ein Pontifex gewesen, “der die Kirche gleichsam ‘wieder auf die Erde holte’ – ein geistliches Oberhaupt, das Erdung und Menschlichkeit lebte.” In ihrem Schreiben hob die Bundestagspräsidentin weitere Aspekte des Pontifikats hervor: den interreligiösen Dialog und seine Rolle bei der Annäherung zwischen den USA und Kuba. “Er baute Brücken der Versöhnung, wo vorher Gräben des Misstrauens waren, und war somit tatsächlich ein globaler Brückenbauer, wie wir ihn nur selten erleben durften”, so Klöckner.
Bundeskanzler: Kraft, Zuversicht und Inspiration
Scholz hob den “unermüdlichen Einsatz für den Glauben und seine Aufrufe zu Menschlichkeit und Brüderlichkeit” hervor. Damit habe er den Menschen weltweit Kraft, Zuversicht und Inspiration geschenkt.
Das Kondolenzschreiben des Bundespräsidenten fehlt in der Sammlung. Steinmeier hatte in seinem vom Bundespräsidialamt veröffentlichten Schreiben an Kardinaldekan Giovanni Battista Re Franziskus als glaubwürdigen Zeugen der christlichen Botschaft gewürdigt: "Mit Franziskus verliert die Welt ein leuchtendes Zeichen der Hoffnung, einen glaubwürdigen Anwalt der Menschlichkeit und einen überzeugenden Christen. Seine Bescheidenheit, seine Spontaneität und sein Humor, vor allem aber sein spürbar tiefer Glaube haben Menschen auf der ganzen Welt berührt – und Halt, Kraft und Orientierung gegeben."
Die Sonderausgabe sammelt neben Beileidsbekundungen alle offiziellen Dokumente im Zusammenhang mit der Sedisvakanz, darunter die offizielle Feststellung des Todes des Papstes durch Kardinal Joseph Farrell, den Camerlengo, das Testament des Papstes und die biographische Urkunde, die Franziskus ins Grab beigegeben wurde, das Rogitum.
Aktuell unterhalten 184 Staaten diplomatische Beziehungen zum Heiligen Stuhl, 93 diplomatische Vertretungen sind akkreditiert. Dazu gehören jeweils die Europäische Union und der Souveräne Malteserorden. Neben den Kondolenzschreiben der Vertreter von Staaten sind auch die Beileidsbekundungen von anderen Kirchen und Religionsgemeinschaften sowie von internationalen Organisationen im Amtsblatt abgedruckt. (fxn)
17. Februar 2026, 14.30 Uhr: Ergänzt um Kondolenzschreiben des Bundespräsidenten.
