Abt kannte sie: Beklagenswerter Kollateralschaden

Erstes Kriegsopfer in Israel ist Katholikin

Veröffentlicht am 02.03.2026 um 09:31 Uhr – Lesedauer: 

Jerusalem ‐ Mindestens neun Menschen kamen am Sonntag durch einen Raketenangriff auf Bet Schemesch in Israel ums Leben. Doch das erste Todesopfer gab es bereits am Samstag in Tel Aviv – eine katholische Altenpflegerin.

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Eine katholische Altenpflegerin von den Philippinen ist erstes Opfer des iranischen Raketen-Angriffs auf Israel. Die 32-jährige Mary Ann Velasquez de Vera wurde von Explosiv-Splittern lebensgefährlich verletzt, als sie ihre ebenfalls getötete Pflegeperson beim Raketenalarm in Tel Aviv zu einem Schutzbunker begleitete, diesen aber wegen deren Gehbehinderung nicht mehr erreichte. Das wurde aus dem Patriarchatsvikariat für Migranten in Jerusalem bekannt. Velasquez, die seit 2019 in Israel arbeitete, war seither in der katholischen Gemeinde von Tel Aviv-Süd aktiv. Ihr Mann arbeitet ebenfalls in Israel.

Es sei ein beklagenswerter Kollateralschaden der Nahost-Konfrontationen, der erneut eine christliche Hilfskraft aus Südasien treffe, sagte Benediktiner-Abt Nikodemus Schnabel, der früher etliche Jahre das Migrantenvikariat des Lateinischen Patriarchats leitete und die Tote persönlich kannte. Bereits beim Zwölftagekrieg im Juni 2025 habe ein katholischer Gastarbeiter zu den ersten Opfern der Raketenangriffe gehört.

Gerade die Gastarbeiter aus Indien, den Philippinen und Sri Lanka, von denen viele Christen seien, gehörten zu den "modernen Sklaven", die in Israel wie auch in vielen Golfstaaten als Pflegekräfte oder auf Baustellen unersetzliche Arbeiten leisteten – und häufig zu den ersten Opfern von Konfrontationen gehörten, so Schnabel. (KNA)