Wegen Veruntreuung verurteilt

Priester soll 700 Smart-Geräte versteigern – und verkauft sie selbst

Veröffentlicht am 03.03.2026 um 11:21 Uhr – Lesedauer: 

São Paulo ‐ Fast 700 Smartphones und Tablets gab die brasilianische Steuerbehörde frei, damit ein Priester sie für den guten Zweck versteigern kann. Doch er verkaufte sie und behielt das Geld. Und das ist nicht sein erstes Vergehen.

  • Teilen:

Wegen der Veruntreuung von rund 700 elektronischen Geräten wie Smartphones und Tablets wurde ein Priester in Brasilien verurteilt. Wie das US-amerikanische Portal "Crux" am Montag berichtete, wurden die Geräte von der brasilianischen Bundessteuerbehörde an eine Gesundheitseinrichtung gespendet, das der Geistliche leitet. Statt die Geräte zu versteigern und den Erlös an die Einrichtung weiterzuleiten, habe der Priester sie jedoch selbst verkauft und das Geld gehalten, heißt es im Urteil.

Das Gericht verurteilte den Priester zu fünfeinhalb Jahren Haft in halboffenem Vollzug sowie den ehemaligen Leiter der Technik-Abteilung der Gesundheitseinrichtung zu vier Jahren und sieben Monaten unter denselben Haftbedingungen.

Mit Erlös sollte Krankenwagen finanziert werden

Dem Bericht zufolge reisten die beiden Verurteilten im Mai 2023 in den Bundesstaat Paraná, um die gespendeten Geräte in 15 Kisten entgegenzunehmen. Geplant war demnach, mit dem Erlös aus der Versteigerung mindestens einen Krankenwagen für das Krankenhaus zu kaufen. Als Mitarbeiter rund zwei Monate nach der Rückkehr den Inhalt der Kisten kontrollieren sollten, stellten sie fest, dass 12 der 15 Kisten leer waren.

Über die vom Bundessteueramt mitgeteilten elektronischen Identifikationsnummern der Geräte konnten die Strafverfolgungsbehörden schließlich einen Mann ausfindig machen, der die Geräte verkaufen wollte. Er gab an, die Geräte vom technischen Leiter der Klinik erhalten zu haben, der nun ebenfalls verurteilt wurde. Für die Justiz ist der Priester kein Unbekannter: Der Fall der verschwundenen Geräte ist nur eine von elf Strafanzeigen, denen er sich stellen muss. Insgesamt soll der Priester umgerechnet rund 27 Millionen US-Dollar veruntreut haben, die für soziale Zwecke bestimmt gewesen waren. (cbr)