Vorschläge werden dem Papst vorgelegt

Weltsynode: Priesterausbildung mit mehr Frauen und mehr Praxis

Veröffentlicht am 03.03.2026 um 14:20 Uhr – Lesedauer: 

Vatikanstadt ‐ Zehn Arbeitsgruppen hatte Papst Franziskus einst beauftragt, um über heikle Themen aus der Weltsynode zu beraten. Nun haben zwei davon ihre Arbeit beendet – beide plädieren für eine modernere Priesterausbildung.

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Mehr Frauen, mehr Gemeinschaft, mehr Alltag – so stellt sich eine Studiengruppe im Auftrag des Papstes die künftige Ausbildung katholischer Priester vor. Papst Franziskus hatte die Gruppe, neben neun anderen, einberufen, um über kirchlich heikle Zukunftsthemen zu beraten. Am Dienstag veröffentlichte das zuständige vatikanische Synodensekretariat die Ergebnisse dieser Gruppe – wie auch jener, die sich mit der Zukunft der Kirche im digitalen Raum befasst hat.

Die Vorschläge der Gruppen werden bearbeitet und dann Papst Leo XIV. zur Entscheidung vorgelegt. Die Veröffentlichung weiterer Berichte kündigte das Sekretariat für den 10. März an.

Menschennahe Ausbildung

Nach Meinung des Expertengremiums sollen die künftigen Priester von Beginn an lernen, sich im Alltag mit anderen Menschen – Geistlichen wie Laien – auseinanderzusetzen. Ihre Ausbildung soll demnach nicht nur im Priesterseminar stattfinden, sondern auch in Gemeinden und anderen kirchlichen Institutionen. Unabdingbar sei zudem die Förderung der interkulturellen, interreligiösen und ökumenischen Kompetenz der künftigen Priester, möglicherweise durch Auslandsaufenthalte.

Zudem sei es wichtig, sie in Entscheidungsprozesse einzubeziehen, sie in Transparenz, Rechenschaftspflicht und Bewertung zu schulen. "Eine solche Ausbildung würde von den gewöhnlichen Beziehungen zu allen Mitgliedern des Volkes Gottes profitieren und das Wachstum verantwortungsbewusster und reifer Persönlichkeiten fördern, auch im Bereich der Affektivität und Sexualität", so die Studiengruppe.

Künftige Priester sollen in der Ausbildung von Beginn an lernen, sich im Alltag mit anderen Menschen – Geistlichen wie Laien – auseinanderzusetzen.
Bild: ©picture alliance / Godong | P Deliss / Godong (Symbolbild)

Künftige Priester sollen in der Ausbildung von Beginn an lernen, sich im Alltag mit anderen Menschen – Geistlichen wie Laien – auseinanderzusetzen.

Die Experten plädieren darüber hinaus für eine bessere Ausbildung der Ausbilder, insbesondere was das Thema Mitbestimmung (Synodalität) betrifft. Gut vorbereitete und kompetente Frauen müssten als Mitverantwortliche auf allen Ebenen der Ausbildung einbezogen werden. Sie leisteten einen unverzichtbaren Beitrag zur Berufungsfindung und zur Begleitung der Seminaristen.

Bei der regelmäßigen Bewertung der Kandidaten plädiert das Gremium ebenfalls für Mitverantwortung. So sollten neben den Ausbildern auch die Menschen an den Studien- und Arbeitsorten der Seminaristen stärker einbezogen werden. Gleiches gelte bei den Prüfungen vor der Weihe – zudem solle auch dabei der Perspektive und dem Urteil von Frauen besondere Bedeutung beigemessen werden.

Die Studiengruppe zur Kirche im digitalen Raum plädiert in ihrem ebenfalls am Dienstag veröffentlichten Abschlussbericht dafür, die "digitale Mission" in die gewöhnlichen Strukturen der Kirche zu integrieren. Zudem rät sie zur Klärung der Frage, wer in der Hierarchie für "Online-Pfarreien" zuständig ist. Für Seminaristen empfiehlt die Studie eine Schulung in digitaler Kultur. (KNA)