"Bei der Beichte etwa, wenn..."

EKD-Präses Heinrich findet manche katholische Rituale befremdlich

Veröffentlicht am 12.03.2026 um 09:16 Uhr – Lesedauer: 

Hamburg ‐ Sie ließ sich erst als Teenager taufen: Nun erzählt Anna-Nicole Heinrich, wie es dazu kam. Und warum sie trotz einiger Sympathien für das Katholische mit ihrer evangelischen Wahl zufrieden ist.

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Anna-Nicole Heinrich (29), Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), findet laut eigenem Bekunden manche katholische Rituale befremdlich. "Bei der Beichte etwa, wenn ein Priester die Absolution erteilt", so Heinrich in einem Interview von "Zeit Campus". Ein bisschen neidisch sei sie allerdings auf die katholischen Gottesdienste: "Da ist so viel Bewegung drin, hinknien, aufstehen. Und ich mag es, wenn die kleinen Glocken klingeln und es überall nach Weihrauch riecht."

Über die Schule sei sie in Kontakt mit der Kinder- und Jugendarbeit in der evangelischen Kirche gekommen, vertraute Heinrich dem Magazin an. "Wir haben uns am Dienstagabend zum Spielen getroffen, waren sonntags im Kindergottesdienst und sind im Sommer ans IJsselmeer gefahren. Mit elf oder zwölf kam das Thema Taufe auf. Mir ist klar geworden: Ich fühle mich zwar zugehörig, bin es aber nicht richtig."

Gemeinsame Taufe mit der Mutter

Ihre Mutter habe sich dann mit taufen lassen, berichtete die Präses. "Das war eine sehr geschickte Masche des Pfarrers. Wer sich taufen lässt, braucht einen Paten. Weil unser Vermieter der einzige Christ war, den wir kannten, wurde er mein Taufpate. Der Pfarrer meinte aber, es wäre schon gut, wenn es noch einen Christen im näheren Umfeld gebe. Deshalb hat sich auch meine Mutter taufen lassen."

Auf die Frage, ob sie sich auch in der Katholischen Kirche hätte wohlfühlen können, antwortete Heinrich: "Wahrscheinlich schon. Aber ich hätte mich als Frau sicher viel weniger einbringen können." (KNA)