Homosexuellen-Initiative begrüßt Segnungen im Münchner Erzbistum

Die ökumenische Arbeitsgruppe "Homosexuelle und Kirche" begrüßt die von Kardinal Reinhard Marx angekündigte Umsetzung einer Handreichung, nach der auch homosexuelle Paare kirchlich gesegnet werden können. In einer Erklärung am Mittwoch in Nürnberg hieß es, damit könne Liebenden, die sich nach der Definition der katholischen Kirche in "irregulären" Lebenssituationen befinden, der Segen Gottes zugesprochen werden, also etwa gleichgeschlechtlichen und anderen queeren Paaren, aber auch wiederverheirateten Geschiedenen.
Auch wenn die Handreichung mit dem Titel "Segen gibt der Liebe Kraft" hinter den Erwartungen des Synodalen Wegs zurückbleibe, stelle die Entscheidung von Marx doch einen Fortschritt gegenüber der bisherigen Situation dar, in der vielen Menschen der Segen der Kirche verweigert werde, so die Arbeitsgruppe. Sie bekundete zugleich Hoffnung, dass weitere Bistümer dem Beispiel von München und Freising folgen. "Bei Segnungen für queere und geschieden-wiederverheiratete Paare darf es in Deutschland nicht zu einem Flickenteppich kommen", betonte Steffen Schille, Vorstandsmitglied von "Homosexuelle und Kirche".
Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) hatten die Handreichung "Segen gibt der Liebe Kraft", die eine Anregung des früheren Papstes Franziskus aufnimmt, im April 2025 verabschiedet. Das Glaubensdikasterium im Vatikan erhob allerdings Einwände gegen die Umsetzung. (KNA)