Bischof Dieser zu Grenzen beim Beichten: Notfalls Antworten verweigern

Der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Bischof Helmut Dieser, ruft dazu auf, sich gegen unangemessene Fragen von Priestern bei der Beichte zu wehren. "Ich möchte das nicht beantworten" – diesen Satz könne und solle jeder sagen, wenn Priester etwa nach intimen Themen zur Sexualität fragten, sagte der Aachener Bischof beim Katholikentag in Würzburg.
Dieser reagierte zunächst skeptisch auf Berichte, wonach Kinder bei der Beichte von Geistlichen zu ihrer Sexualität befragt würden. Sollte es solche empörenden Fälle aber tatsächlich geben, würde ihn das "erschüttern".
Schutz der Gläubigen und Schutz der Beichte
Nach Widerspruch aus dem Publikum und von anderen Podiumsteilnehmern betonte Dieser, es sei wichtig, Räume wie die Beichte zu schützen, "damit Menschen nicht kaputt gemacht werden durch missbräuchliche Vorgehensweisen". Nicht der Priester bestimme, welche Themen Menschen in die Beichte einbringen wollten, sondern die Gläubigen selbst. Maßgeblich sei immer das Gewissen der beichtenden Person. Alles andere wäre entmündigend, so der Bischof.
Besonders sensibel sei dies bei Kindern. Bei der Kinderbeichte müsse jeder Priester "einen hohen Respekt vor der Gewissensfreiheit des Menschen haben", so Dieser. Wer sich bei einer Beichte bedrängt fühle, könne entscheiden, nicht mehr zu diesem Priester zu gehen. Die bei der Veranstaltung geschilderten Erfahrungen wolle er nun "mitnehmen und ins Gespräch bringen" – auch mit Blick auf die Ausbildung von Geistlichen in Priesterseminaren. (KNA)