Wilmer zu Synodalkonferenz: Bin zuversichtlich in Geduld

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Bischof Heiner Wilmer, ist zuversichtlich, dass die Synodalkonferenz die Recognitio aus dem Vatikan bekommen wird. "Es geht voran", sagte er bei einer Podiumsdiskussion über den Synodalen Weg beim 104. Katholikentag in Würzburg. Dass es noch dauere, sei ein "Klassiker" und dürfe nicht falsch interpretiert werden. "Meine Einschätzung: Ich bin zuversichtlich in Geduld", so Wilmer. Dazu stellte die Vorsitzende des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Irme Stetter-Karp, eine Rückfrage hinsichtlich der vier Bischöfe, die den Synodalen Weg nicht mehr mitgegangen waren. Wilmer entgegnete mit der Hoffnung, dass alle wieder zusammenkämen.
Unterdessen betonte Stetter-Karp, sie sei traurig darüber, dass jene abgesprungenen Bischöfe, international Schaden angerichtet hätten. Sie verwies dabei auf den Ausstieg der deutschen Bischöfe aus der Schwangerschaftsberatung. "Das Thema wurde damals auch nach Rom getragen", so die ZdK-Präsidentin. Sie hoffe, dass die deutschen Bischöfe bei der Synodalkonferenz, "kein Stoppschild" bekämen. "Das wäre für unsere Ortskirche katastrophal", so Stetter-Karp.
Als Grund für die Spannungen mit Rom nannte Wilmer kulturelle Differenzen. Die einen seien eher mündlicher unterwegs, die anderen schriftlicher: "Um weiterzukommen brauchen wir aber das Gespräch", fügte Wilmer hinzu. Texte seien zwar wichtig, aber noch wichtiger sei das Gespräch. Zudem erzählte der DBK-Vorsitzende, dass er in der Karwoche Gespräche mit acht Präfekten von vatikanischen Dikasterien geführt und das Schreiben zur Synodalkonferenz nach Rom gebracht habe.
Kirche schaue nicht mehr ins Schlafzimmer
Zum Thema Geschlechterrollen und Sexualität und warum diese zu Spaltungen führen, betonte Wilmer, dass das Gebiet anfällig für Kränkungen und Verwundungen sei. Die Kirche müsse sich zurückhalten mit Urteilen. "Die katholische Kirche schaut nicht mehr in Schlafzimmer", so Wilmer. Ein Fortschritt des Synodalen Wegs sei die Änderung der Grundordnung des Arbeitsrechts. Stetter-Karp erzählte unterdessen, sie hätte für ihre Ansichten Serienbriefe erhalten und Hetze erlebt, vor allem in der Abtreibungsfrage.
Hinsichtlich der AfD wiederholte Stetter-Karp die Position des ZdK: "Wir waren der Überzeugung, dass wir ihnen keine Bühne geben werden und wollen." Auch Wilmer äußerte sich dazu: Es könne nicht sein, dass Sätze im öffentlichen Raum geduldet werden, die an die dunkelsten Zeiten erinnern. "Wir dürfen nicht schweigen", betonte Wilmer. (mtr)