Im Vorfeld von Trump-Gebetstreffen

US-Bischof Barron wettert gegen Papst-Kritik an Kapitalismus

Veröffentlicht am 18.05.2026 um 12:15 Uhr – Lesedauer: 

Washington ‐ Beim Gebetsabend der US-Regierung zum 250. Jubiläum der Unabhängigkeitserklärung trat auch der Trump-nahe Bischof Robert Barron auf. Zuvor hatte er die Papst-Formel von der "Wirtschaft, die tötet" scharf angeprangert.

  • Teilen:

Der US-amerikanische Bischof Robert Barron hat die von Papst Franziskus geprägte und von Papst Leo weitergeführte Formulierung von einer "Wirtschaft, die tötet" kritisiert. Gegenüber dem Fernsehsender "Fox News" sagte der als Trump-nah geltende Geistliche am Wochenende, der Kapitalismus sei zwar wie jedes Wirtschaftssystem fehlerhaft, da er von fehlerhaften Menschen getragen werde. "Aber die Wirtschaft, die tötet? Der Sozialismus ist für den Tod von Hunderten Millionen Menschen verantwortlich. Der Kollektivismus war ein so verhängnisvolles Konzept", so Barrons Kritik.

Die Äußerungen machte der Bischof des Bistums Winona-Rochester im Bundesstaat Minnesota vor dem Gebetstreffen der US-Regierung. Die Veranstaltung stand unter dem Titel "Rededicate 250: A National Jubilee of Prayer, Praise & Thanksgiving" und bezog sich auf den 250. Jahrestag der Unterzeichnung der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung am 4. Juli 1776 in Philadelphia.

Barron und Dolan bei Trump-Gebetsabend

Hintergrund der erneuten Äußerungen des Bischofs ist eine Rede des New Yorker Bürgermeisters Zohran Mamdani vom Januar dieses Jahres. Darin sprach Mamdani von der "Wärme des Kollektivismus". Barron reagierte darauf in sozialen Medien mit den Worten: „Um Gottes Willen, verschont mich.“ In seinen neuesten Äußerungen warnte der Bischof auch vor einer "extremen Linksverschiebung" in der amerikanischen Politik, die seiner Ansicht nach eine Gefahr für die amerikanische Lebensweise darstelle.

An Trumps Gebetsabend beteiligten sich auch prominente Vertreter der evangelikalen Bewegung, darunter der Pastor Robert Jeffress sowie der Publizist Eric Metaxas, bekannt für sein umstrittenes Buch über Dietrich Bonhoeffer. Beide vertreten die Auffassung, die Vereinigten Staaten seien eine christliche Nation. Barron erklärte während der Veranstaltung, man wolle die Rolle der Religion "im amerikanischen Experiment" würdigen. Es gehe darum zu feiern, wie "Religion und Amerika auf eine wirklich schöne Weise zusammengekommen sind". Ebenfalls beteiligt war der emeritierte New Yorker Kardinal Timothy Dolan. (mtr)