Christen sollten für Zusammenhalt eintreten

Bischof Feige warnt: Menschliches Miteinander verwahrlost zunehmend

Veröffentlicht am 25.05.2026 um 16:10 Uhr – Lesedauer: 

Magdeburg ‐ Falschmeldungen, Ich-Denken, soziale Kälte: Der Magdeburger Bischof mahnt Christen zu mehr Wachsamkeit. Beim Pfingstgottesdienst ruft Gerhard Feige zu Wahrheit, Nächstenliebe und Würde auf. Was für ihn der Schlüssel ist.

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In Zeiten von zunehmenden Fake-News hat der Magdeburger Bischof Gerhard Feige Christen zu Wachsamkeit und Eintreten für die Wahrheit aufgerufen. "Überall in der Welt beobachten wir derzeit mit Sorge, dass Eigeninteressen wichtiger werden als der Sinn für Solidarität und Barmherzigkeit – und das menschliche Miteinander zunehmend verwahrlost", sagte er laut Manuskript am Pfingstmontag beim ARD-Fernsehgottesdienst aus dem Kloster Memleben in Sachsen-Anhalt. Parolen wie "Privat geht vor Katastrophe" oder "Wir zuerst" zeugten von einem überzogenen Individualismus und sozialem Desinteresse.

Demgegenüber gelte es für alle, die wahrhafte Christen sein wollten, Gott und den Nächsten zu lieben und sich für die Achtung der Würde und Rechte eines jeden Menschen einzusetzen, für Freiheit und Toleranz, Empathie und Zusammenhalt. "Nicht in Ab- und Ausgrenzung liegt der Schlüssel für ein gelingendes Leben, sondern in der Bereitschaft, es mit anderen geschwisterlich zu teilen und so bei allen Sorgen und Problemen zu einem ermutigenden Zeichen der Hoffnung zu werden", sagte Feige. "Dazu sind wir von dem herausgefordert und gesendet."

Der Freiluft-Gottesdienst fand zwischen den Ruinen des 979 gestifteten Klosters Memleben statt. Im Mittelalter war es als "Reichskloster" Teil der Kaiserpfalz, damals ein politisch bedeutsamer Ort. Die Kaiser Heinrich I. und Otto der Große starben in Memleben. In der Reformation wurde das Kloster aufgelöst. 1722 zerstörte ein Blitz das Kirchendach und leitete den Teilabbruch der Kirche ein. Im 19. Jahrhundert ließ der preußische Star-Architekt Karl Friedrich Schinkel die Anlage sichern. Heute sind Kloster und Kaiserpfalz ein Museum. (KNA)