WM beginnt im Juni

Erzbischof Koch warnt vor Ausgrenzung bei Fußball-WM

Veröffentlicht am 29.05.2026 um 12:15 Uhr – Lesedauer: 

Berlin ‐ WM als Fest oder Machtdemonstration? Erzbischof Heiner Koch mahnt vor der Fußball-WM in den USA, Mexiko und Kanada mehr Verantwortung außerhalb des Spielfelds an. Er spricht von einer Inszenierung von Macht.

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Im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko hat der Berliner Erzbischof Heiner Koch scharfe Kritik an den Rahmenbedingungen geübt. "Wenn Milliarden investiert werden, um perfekte Bilder zu produzieren, während zugleich Menschen, wie von der Trump-Regierung geplant, während der Weltmeisterschaft ausgegrenzt, kontrolliert oder zum Risiko erklärt werden, dann läuft etwas grundsätzlich falsch", sagte Koch in einem vorab veröffentlichten Beitrag für den Berliner Radiosender rbb 88.8. Die WM startet am 11. Juni.

"Dann wird der Fußball zum Alibi. Dann ist die WM kein Fest der Völkerverständigung, sondern eine Inszenierung von Macht", kritisierte er. Die Kirche sei deshalb in der Pflicht, genau hinzuschauen: "Auf dem Spielfeld wacht der Schiedsrichter über die Regeln außerhalb müssen wir das gemeinsam tun". Das sei keine Spielverderber-Mentalität, sondern Verantwortungsbewusstsein. Koch verwies auf den mexikanischen Kardinal Francisco Robles Ortega, der zuvor öffentlich kritisiert hatte, dass die WM-Entscheidung über die Köpfe der Menschen hinweg von Politikern und Funktionären gefällt worden sei, während die sozialen Probleme im Alltag ungelöst blieben.

Was Jesus im Fußball-Stadion gemacht hätte

Jesus sei zwar nie in einem Stadion gewesen, habe aber sehr genau hingeschaut, wer draußen bleibe, erklärte Koch: "Ich bin überzeugt: Er hätte nicht gefragt, wie das Spiel endet, wer das Siegtor geschossen hat oder den Pokal hebt. Er hätte gefragt, ob wir alle miteinander verbunden diese WM erleben und feiern dürfen." Im WM-Finale werde es am Ende einen Verlierer geben müssen "unter den Zuschauern sollten wir alle Gewinner sein". (KNA)