Plattform bleibt vorerst offline

Evangelische Kirche zeigt Datendiebstahl bei Missbrauchsportal an

Veröffentlicht am 29.07.2026 um 09:10 Uhr – Lesedauer: 

Hannover ‐ Nach dem Angriff auf eine Online-Plattform für Missbrauchsbetroffene hat die evangelische Kirche Anzeige erstattet. Verschlüsselte Nachrichten könnten abgeflossen sein. Das Angebot bleibt bis auf Weiteres abgeschaltet.

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Nach einem Datendiebstahl von der evangelischen Plattform für Missbrauchsbetroffene BeNe hat die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) Strafanzeige gegen unbekannt gestellt. Die technische Prüfung des Vorfalls sei inzwischen abgeschlossen und die Auswertung weitgehend erfolgt, teilte die EKD am Dienstag in Hannover mit.

Nach derzeitigem Stand sei davon auszugehen, dass der Großteil der in dem System gespeicherten Daten verschlüsselt aus der Datenbank abgeflossen sei. Dazu könnten auch verschlüsselte Inhalte aus privaten Foren und persönlichen Nachrichten gehören.

Starke Passwörter bieten weiter Schutz

Die EKD betonte zugleich, dass die eingesetzten Verfahren zur Passwortsicherheit und zur Verschlüsselung den aktuellen Vorgaben und Empfehlungen des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) entsprächen. Bei ausreichend starken Passwörtern sei eine Entschlüsselung der gespeicherten Daten aus den privaten Bereichen technisch kaum möglich.

BeNe ist eine Vernetzungsplattform für Menschen, die sexualisierte Gewalt im Bereich der evangelischen Kirche und der Diakonie erlebt haben. Die EKD hatte am Mittwoch darüber informiert, dass Sicherheitslücken im Content-Management-System für einen unbefugten Zugriff auf die Plattform genutzt worden seien. WordPress ist ein weltweit verbreitetes Programms zur Erstellung von Internetseiten.

Eine junge Frau sitzt am Laptop und stützt ihren Hals mit den Händen ab. Sie sieht besorgt aus.
Bild: ©Photographee.eu/Fotolia.com (Symbolbild)

Die EKD empfiehlt weiterhin, ein auch bei anderen Diensten verwendetes BeNe-Passwort vorsorglich zu ändern. Nutzer sollten zudem bei unerwarteten E-Mails vorsichtig sein, keine verdächtigen Anhänge öffnen und keine Zugangsdaten weitergeben.

Die empfohlenen Sicherheitsupdates seien inzwischen installiert und die Schwachstellen geschlossen worden. Hinweise darauf, dass Inhalte manipuliert oder dauerhaft Schadcode auf dem System hinterlassen worden seien, hätten die Untersuchungen nicht ergeben.

Die Plattform bleibt bis auf Weiteres offline. Über eine Wiederinbetriebnahme solle nicht ohne ausführliche Beratung im Beteiligungsforum Sexualisierte Gewalt entschieden werden. Dort beraten Betroffenenvertreter sowie Beauftragte aus Kirche und Diakonie gemeinsam über den Umgang mit sexualisierter Gewalt.

Betroffenenvertreter beklagen Kontrollverlust

Die Betroffenenvertreter hatten eine umfassende und transparente Aufklärung des Vorfalls gefordert. Für Menschen, deren Grenzen und Vertrauen bereits schwer verletzt worden seien, bedeute der Vorfall einen erneuten Kontrollverlust, erklärten sie.

Die EKD empfiehlt weiterhin, ein auch bei anderen Diensten verwendetes BeNe-Passwort vorsorglich zu ändern. Nutzer sollten zudem bei unerwarteten E-Mails vorsichtig sein, keine verdächtigen Anhänge öffnen und keine Zugangsdaten weitergeben. (KNA)