"Mangels hinreichenden Tatnachweises"

Prostituierte wirft Priester Vergewaltigung vor – keine Anklage

Veröffentlicht am 10.08.2026 um 12:15 Uhr – Lesedauer: 

Würzburg ‐ Eine Prostituierte erpresst einen Kunden mit Nacktfotos. Der ist Priester und muss einen Skandal fürchten. Zugleich wirft sie ihm Vergewaltigung vor. Dafür aber ist dem Staatsanwalt die Beweislage zu dünn.

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Der von einer Prostituierten erhobene Vergewaltigungsvorwurf gegen einen Würzburger Ruhestandspriester hat keine strafrechtlichen Folgen. Wie die Staatsanwaltschaft der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Montag mitteilte, wurden die Ermittlungen "mangels hinreichenden Tatnachweises" eingestellt.

Der Vorwurf war im Zuge eines Strafprozesses gegen die Sexarbeiterin wegen Betrugs mehrerer Kunden publik geworden. Der Geistliche zählte zu den geschädigten Freiern und war Hauptbelastungszeuge in dem Verfahren. Am 25. Juni verurteilte das Landgericht Würzburg die 30-Jährige zu zwei Jahren und zehn Monaten Haft.

Sie wurde für schuldig befunden, von insgesamt drei Männern erhebliche Geldsummen unter Vorspiegelung erfundener Notlagen erschlichen zu haben. Den Priester erpresste sie außerdem mit heimlich von ihm aufgenommenen Nacktfotos. Das Bistum Würzburg als Dienstgeber des Priesters teilte damals mit, es habe wegen jahrelangen Fehlverhaltens ein kirchenrechtliches Verfahren gegen den Pensionär eingeleitet. (KNA)