Kritik an Migrationsdebatte

Papst fordert besseren Schutz für minderjährige Migranten

Veröffentlicht am 14.08.2026 um 15:37 Uhr – Lesedauer: 

Vatikanstadt ‐ Millionen Kinder sind weltweit auf der Flucht. Papst Leo XIV. fordert einen besseren Schutz ihrer Rechte und bessere Integrationschancen – bevor sich die Falschen ihrer annehmen.

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Papst Leo XIV. fordert einen besseren Schutz von minderjährigen Migranten, auch um eine Radikalisierung durch Extremisten zu verhindern. "Es ist nötig, in den Herkunftsländern zu handeln, um die möglichen Fluchtursachen zu beseitigen, und darüber hinaus in den Transit- und Zielländern Schutz und Aufnahme zu gewähren", so Leo XIV. in seiner Botschaft zum kirchlichen Welttag der Migranten und Flüchtlinge am 27. September.

Die grundlegenden Rechte eines jeden Kindes müssten geschützt werden, schreibt der Papst, "das Recht auf Leben, auf Bildung und auf Lebensbedingungen, die es ihm ermöglichen, sich körperlich, geistig, seelisch, moralisch und sozial voll und ganz zu entfalten".

Öffentliche wie private Einrichtungen müssten das Kindeswohl in den Mittelpunkt stellen. "Dies umfasst die Einführung wirksamer rechtlicher Schutzmaßnahmen, indem Familienzusammenführungen gefördert und die Traumata der Trennung abgewendet werden", so der Papst.

Kritik an Migrationsdebatte

Insbesondere an Religionsgemeinschaften appelliert er, Räume zu schaffen, in denen jedes Kind in seiner jeweiligen kulturellen Identität respektiert und wertgeschätzt wird. So könnte der Gefahr einer Radikalisierung durch extremistische Gruppen vorgebeugt werden.

Zugleich kritisiert Leo XIV. die anhaltende Migrationsdebatte in Ankunftsländern. Ihr Schwerpunkt müsse von der bloßen Bewältigung der Migrationsströme zu einem umfassenden und wirksamen Schutz der Menschenrechte verlagert werden. Der Papst fordert eine koordinierte, solidarische und wirksame Reaktion, die den Migranten auch echte Integrationschancen gewährleisten kann. Es gelte, jene Distanz zu überwinden, die den Menschen auf eine statistische Zahl reduziere.

Der katholische Welttag der Migranten und Flüchtlinge steht in diesem Jahr unter dem Motto "Auch nur eines von diesen Kindern". Ausgerufen hatte den Tag Papst Benedikt XV. im Jahr 1914. Er findet jährlich am letzten Sonntag im September statt. Federführend bei der Organisation ist die vatikanische Entwicklungsbehörde. (KNA)