Serie an Gewaltakten

Krakauer Kardinal verurteilt Gewalt gegen Ukrainer in Polen

Veröffentlicht am 16.08.2026 um 08:46 Uhr – Lesedauer: 

Krakau ‐ Auf offener Straße oder in der Tram griffen Polen zuletzt Ukrainer an. Nicht nur diese Gewalt, sondern auch Gleichgültigkeit sei eine Sünde, so der polnische Kardinal Rys. Den Menschen redete er ins Gewissen.

  • Teilen:

Der Krakauer Kardinal Grzegorz Rys hat Übergriffe auf Ukrainer in Polen verurteilt. Es vergehe kein Tag ohne Medienberichte über neue Gewalttaten gegen Migranten, insbesondere aus der Ukraine, heißt es in einem am Samstag in den Messen seines Erzbistums zum Feiertag Mariä Himmelfahrt verlesenen Hirtenbrief. "Gewalt ist eine Sünde. Gleichgültigkeit gegenüber Gewalt ebenfalls", so Rys.

Er rief dazu auf, Angegriffenen zu helfen. Alle Menschen sollten die Welt zugleich mit den Augen der Armen betrachten und daraus lernen. In Polen kam es in den vergangenen Wochen zu einer Serie von Gewaltakten gegen Ukrainerinnen und Ukrainer im öffentlichen Raum.

Der linke Parlamentspräsident Wlodzimierz Czarzasty hatte die Übergriffe bereits vor einem Monat kritisiert. Er machte die Hetze von rechten Oppositionspolitikern mitverantwortlich für die Taten. In manchen Städten gab es zuletzt Solidaritätskundgebungen für Ukrainerinnen und Ukrainer. Polen hatte nach Russlands Überfall auf die Ukraine 2022 mehr als eine Million Kriegsflüchtlinge aus dem östlichen Nachbarland aufgenommen. (KNA)