Ungewöhnliches Konzept in Polen

Pfarrei nimmt Gebete als Gebühr für Kirchenparkplatz

Veröffentlicht am 21.08.2026 um 13:50 Uhr – Lesedauer: 

Warschau ‐ Ein Vaterunser für eine Stunde Parkzeit: Mit einem ungewöhnlichen Konzept bewirtschaftet eine katholische Gemeinde in Polen ihren neuen Kirchenparkplatz. Was hinter dem frommen Gedanken steckt.

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Weil der kürzlich renovierte Kirchenparkplatz nicht nur von Gemeindemitgliedern genutzt wird, erhebt eine Pfarrei in Skórzewo unweit der polnischen Stadt Posen nun ungewöhnliche Parkgebühren. Für eine Stunde Parken auf dem im Ortszentrum gelegenen Parkplatz "bezahlen" Autofahrer mit einem Vaterunser-Gebet.

"Aufgrund der hohen Nachfrage nach dem schönsten Parkplatz in Skórzewo sehen wir uns leider gezwungen, Parkgebühren zu den auf den Schildern am Eingang angegebenen Preisen einzuführen", heißt es laut der katholischen Nachrichtenagentur KAI in den pastoralen Mitteilungen der von Paulinerpatres geleiteten Pfarrei. Kurzes Halten kann demnach mit einem Stoßgebet abgegolten werden. "Dies kann ein Gebet für Autofahrer oder ein Gebet für die Verkehrssicherheit sein", erklären die Ordensleute.

Ein Vaterunser fürs Parken

Zwei Stunden Parken entsprechen einem Vaterunser und einem "Gegrüßet seist du, Maria". Wer bis zu vier Stunden parkt, muss die Marienlitanei für die Anliegen der Gemeinde beten. Als Tagesgebühr fürs Parken soll der Rosenkranz für alle Verkehrsteilnehmer, also auch Fußgänger, gebetet werden.

Eigene Kontrollen nehmen die Verantwortlichen nicht vor, sondern verlassen sich auf den moralischen Kompass der Autofahrer. "Wir stellen keine Strafzettel aus. Das Gewissen ist rund um die Uhr aktiv", steht auf den Schildern am Eingang des Parkplatzes. (KNA)