Beschwerde in Rom eingereicht

Argentinische Missbrauchsbetroffene kritisieren geplanten Papstbesuch

Veröffentlicht am 27.08.2026 um 11:18 Uhr – Lesedauer: 

Buenos Aires ‐ Im November will Papst Leo XIV. während einer Südamerika-Reise auch Argentinien besuchen. Doch wegen anhaltender Missbrauchsvorwürfe ist er dort nicht bei allen willkommen.

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Betroffene von kirchlichem Missbrauch in Argentinien sehen den für November geplanten Papstbesuch in ihrem Heimatland kritisch. Man habe "keinerlei Absicht", sich mit Papst Leo XIV. zu treffen, hieß es in einer Erklärung der Gruppe Red de Sobrevivientes de Abusos Eclesiásticos, aus der die Zeitung "La Capital" zitiert. Das Netzwerk zählt zu den größten einschlägigen Organisationen des Landes.

Die Vereinigung wirft dem Vatikan vor, sich nicht an das von Papst Franziskus (2013-2025) gegebene Versprechen einer Null-Toleranz-Politik gegenüber Missbrauch zu halten. Im Gegenteil: Der weiße Rauch des Vatikans sei in Wahrheit "ein Nebelvorhang, um weiterhin zu vertuschen".

Beschwerde in Rom eingereicht

Das Netzwerk gab in diesem Zusammenhang an, Ende 2025 eine ausführliche Beschwerde bei der Päpstlichen Kinderschutzkommission eingereicht zu haben. Darin wurden den Angaben zufolge Namen mutmaßlicher Missbrauchstäter in den Reihen der Kirche genannt. Bis heute sei in dieser Angelegenheit nichts unternommen worden, eine Antwort habe man nicht erhalten. Man nehme daher an, "dass kein wirkliches Interesse daran besteht, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen".

Ein Sprecher der Argentinischen Bischofskonferenz kommentierte die Vorwürfe knapp mit den Worten: "Wir respektieren alle Meinungen." (KNA)