Ermutigung an junge Priester

Mertes: Zölibats-Debatte instrumentalisiert persönliche Entscheidungen

Veröffentlicht am 03.09.2026 um 11:40 Uhr – Lesedauer: 

Freiburg ‐ Die Frage nach dem Pflichtzölibat kommt regelmäßig auf, wenn Priester deswegen ihr Amt aufgeben. Statt solche Fälle zu instrumentalisieren, will der Jesuit Klaus Mertes jungen Priestern lieber Mut zusprechen.

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Der Jesuit Klaus Mertes sieht in der aktuellen Debatte über den Zölibat eine Instrumentalisierung persönlicher Entscheidungen. "Mich stört der bedenkenlose thematische Übersprung von dem persönlichen Drama und auch dem persönlichen Glück, das in der Entscheidung von Andreas Unfried sichtbar wird, zu dem Thema Zölibat", sagt Mertes in einem Interview mit der Zeitschrift "Christ in der Gegenwart". Der Limburger Priester Unfried hatte im August angekündigt, sein Amt aufzugeben, um zu heiraten.

Mertes ermutigt insbesondere junge Priester, die sich für den Zölibat entschieden haben, zu dieser Entscheidung zu stehen. "Es entwürdigt sie, wenn ihre in Freiheit getroffene Entscheidung mit dem Wort 'Zwang' gelabelt wird." Für den Jesuiten ist es nicht stimmig, zwischen Diözesanpriestern und Ordensleuten mit Blick auf die Ehelosigkeit zu differenzieren: "Ich schäme mich auch für Mitbrüder, die – wie ich – den Pflichtzölibat für Priester zwar kritisch sehen, aber zugleich für sich als Ordensleute beanspruchen, dass die Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen bei ihnen etwas 'gaaanz anderes' sei, weil sie ja freiwillig sei." Ihm liege es daran, Diözesanpriestern zu signalisieren, "dass ich mit ihnen zusammen die Höhen und Tiefen, die Freuden und Schmerzen zölibatären Lebens teile und das Gelingen dieser Lebensform voll Vertrauen mit ihnen zusammen in Gottes Hände lege". Das sage er ohne Missbilligung denen gegenüber, bei denen es nicht gelingt und die daraus Konsequenzen ziehen.

Er selbst habe Glück gehabt mit den Menschen, die sein Leben bereichern, berichtet Mertes über seine eigenen Erfahrungen mit der Ehelosigkeit. "Ich wage nicht, großspurig und selbstgerecht zu behaupten, dass ausgerechnet bei mir das ehelose Leben um des Himmelreiches gelungen sei." Er könne aber bezeugen, dass es dann, wenn es gelungen sei, an Geschenken des Himmels liege: "Menschen, die zu meinem Leben gehören und die unter den Bedingungen meines zölibatären Lebens den Weg zu mir gefunden haben, und ich zu ihnen." (fxn)