Hochschule Heiligenkreuz

Zisterzienser nach Todesstrafen-Forderung von Lehre ausgeschlossen

Veröffentlicht am 04.09.2026 um 14:25 Uhr – Lesedauer: 

Münster/Heiligenkreuz ‐ Wer Häretiker töten will, soll nicht unterrichten: Der Rektor der Theologischen Hochschule Benedikt XVI. Heiligenkreuz schließt die Rückkehr eines umstrittenen Moraltheologen in die Lehre vorerst aus.

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Edmund Waldstein wird laut einem Medienbericht vorerst nicht an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Benedikt XVI. Heiligenkreuz in die Lehre zurückkehren. Unter den gegebenen Umständen werde der Ordensmann während seiner Amtszeit keine Lehrveranstaltungen an der Hochschule mehr halten, sagte der Heiligenkreuzer Rektor Wolfgang Klausnitzer am Freitag dem katholischen Internetportal "Kirche+Leben". Der derzeit beurlaubte Zisterzienser Waldstein unterrichtete an der zum Stift Heiligenkreuz gehörenden Hochschule in Österreich zuletzt Moraltheologie.

Waldstein hatte in seinem Blog "Sancrucensis" die Todesstrafe für Häretiker gefordert, also für Menschen, die von der offiziellen Glaubenslehre abweichen. In der darauf folgenden Debatte hatte der Rektor eine wissenschaftliche Darlegung von Waldstein gefordert. Nun habe Waldstein seine laut Klausnitzer "unsäglichen Aussagen über die Tötung von Häretikern" allerdings nicht zurückgezogen, sondern vielmehr versucht, sie theologiegeschichtlich zu rechtfertigen. "Die von ihm dabei verwendete Theologische Prinzipienlehre würde ich keinem Erstsemesterstudenten durchgehen lassen", so der Rektor.

Zum Studium freigestellt

Das Stift Heiligenkreuz stellte Waldstein den Angaben zufolge für die kommende Zeit zum philosophischen Promotionsstudium in Rom frei. Der Rektor erklärte, er sei nicht befugt, Waldstein den Dozententitel abzuerkennen. Dafür brauche es einen Beschluss des Senats der Hochschule, der im Wintersemester wieder zusammentrete.

Waldstein gilt vielen Beobachtern als zentrale Figur bei der Entstehung des katholischen Neo-Integralismus. Nach Ansicht von Experten soll er Teil eines rechtskonservativen und reaktionären Netzwerks mit guten Beziehungen in oberste Kreise der US-Politik sein. Der Integralismus ist eine Machtideologie, die darauf zielt, die Gesamtheit des öffentlichen und privaten Lebens der katholischen Kirche zu unterwerfen. (KNA)