Dieser 19-Jährige gestaltet Bischofswappen – und will Priester werden

Lukas Böck hat mit gerade einmal 19 Jahren schon zwei Bischofswappen entworfen. Im März hatte er mit einem Freund das Wappen für den Münsteraner Bischof Heiner Wilmer gestaltet. Nun steht er auch hinter dem Wappen von Bischof Christian Würtz, der am 4. Oktober als neuer Eichstätter Bischof eingeführt wird. Wie kommt der Jugendliche zu seinem besonderen Hobby? Und was hat seine Zukunft damit zu tun? Mit katholisch.de hat er darüber gesprochen.
Frage: Herr Böck, Sie sind 19 Jahre alt und beschäftigen sich mit Bischofswappen und der Kirche. Woher kommt diese Leidenschaft?
Böck: Das liegt in meiner Kindheit begründet. Ich bin in eine sehr katholische Familie reingewachsen und wohne in Trier direkt neben der Kirche. Mein Vater ist Küster und ich bin in dieser Kirche groß geworden. Das ist ein bisschen mein zweites Wohnzimmer. Als Jugendlicher habe ich mich dann mehr mit der Kirche und dem Papst beschäftigt und bin auf die Wappen gestoßen. Ich habe mich schon immer für Geschichte interessiert und bin bei den Wappen hängen geblieben. Es ist immer noch überraschend, dass es dann so weit ging.
Frage: Was hat Sie an den Wappen fasziniert?
Böck: Dass es ein Zeichen ursprünglich aus vergangenen Zeiten ist und immer noch genutzt wird. Vermutlich, weil ein Wappen unfassbar viel aussagen kann. Es zeigt, was den Träger bewegt und wo man herkommt. Das fand ich immer schon faszinierend. Ein grafisches Objekt, das für einen spricht, einen begleitet und die eigene Geschichte erzählt.
Das Bischofswappen des ernannten Eichstätter Bischofs Christian Würtz und dahinter das Wappen des Münsteraner Bischof Heiner Wilmer. Lukas Böck hat die Wappen entworfen.
Frage: Schon am Tag der Ernennung haben Sie die ersten Wappenentwürfe an Bischof Würtz gesendet. Was hat Sie so schnell inspiriert?
Böck: Wir waren zu dem Zeitpunkt im Urlaub. Da ging das recht flott. Ich habe mir sein bisheriges Wappen als Weihbischof angeguckt und mich erstmal eingelesen: Wofür stehen die Symbole, was wollte er damit bei seiner Bischofsweihe ausdrücken? Es war klar, dass die drei Bestandteile bleiben und irgendwo musste noch der Bezug zu Eichstätt hin. Dann habe ich ein bisschen rumprobiert, wo was stehen könnte. Bis ich die Mail an das Sekretariat des Bischofs geschickt habe, hat es glaube ich sechs Stunden gedauert.
Frage: Wie fühlt es sich an, das Erkennungszeichen eines Bischofs gestaltet zu haben?
Böck: Das ist eine Ehre. Ich hätte nicht damit gerechnet, eine Antwort vom Bistum zu bekommen. Es ist schön, dass das Wappen, das ich – vielleicht mit jugendlichem Leichtsinn – erstellt habe, Hand und Fuß hat und nun im Bistum Eichstätt verankert ist.
Frage: Sie bezeichnen sich selbst als „ein klein bisschen kirchenverrückt“. Ist Ihre Beschäftigung mit Wappen für Sie auch ein Glaubenszeugnis?
Böck: Das würde ich schon sagen. Ich würde auch so weit gehen zu sagen, dass es die Berufung ist, die ich gesucht habe. Dass es vielleicht mein Weg ist, mich auszudrücken.
„Vor drei Jahren nach einer Predigt unseres Bischofs in Aachen habe ich zum ersten Mal darüber nachgedacht, ob ich Priester werden will.“
Frage: Es gibt noch eine Berufung in Ihrem Leben. Sie wollen selbst einmal Priester werden: Warum?
Böck: Ich gehöre zu den Kindern, die früher Messe gespielt haben – auf dem Wohnzimmertisch. Relativ früh, auch schon vor meiner Erstkommunion, war ich Ministrant. Das hat sich dann so weiterentwickelt. Vor drei Jahren nach einer Predigt unseres Bischofs in Aachen habe ich zum ersten Mal darüber nachgedacht, ob ich Priester werden will. Aber ich habe mich dann verliebt und war in einer knapp anderthalbjährigen Beziehung. Die ist aus verschiedenen Gründen zu Bruch gegangen und im letzten Jahr nach einer Jugendwallfahrt nach Rom kam der Gedanke, Priester zu werden, immer wieder auf. Seitdem ist es der Weg, den ich gehen will.
Frage: Was bedeutet Ihnen der Priesterberuf?
Böck: Kirche hatte bei mir immer einen riesigen Platz im Leben. Es hat mich fasziniert, was da alles passiert – zum Beispiel in der Eucharistie. Daran Anteil zu haben ist das, was mich dort hinzieht.
„Es würde mich freuen, noch mehr Bischofswappen zu machen.“
Frage: Priester, vielleicht sogar mal Bischof… Was würde auf Ihrem eigenen Wappen stehen?
Böck: Bischof zu werden, habe ich nicht vor. Dieses Amt ist zu groß. Aber auf meinem Priesterwappen stehen drei Symbole: Einmal das Bistumswappen von Trier – der heilige Rock, den wir in Trier verehren. Außerdem der Stier mit einem Evangelienbuch, das Symbol meines Namenspatrons, des heiligen Lukas. Und als Wahlspruch: "Für wen haltet ihr mich?“ Das war das Motto der Heiligtumsfahrt in Aachen, wo alles bei mir angefangen hat.
Frage: Ein paar Bischofsstühle sind noch vakant. Können wir mit weiteren Wappen von Ihnen rechnen?
Böck: Ich werde mir Gedanken zu den Wappen machen – schon aus persönlichem Interesse. Ob ich dann einen Entwurf ans Bistum schicke, entscheide ich spontan. Aber es würde mich freuen, noch mehr Bischofswappen zu machen.