Wiedereröffnung der Altöttinger Anbetungskapelle

Erzbischof Gänswein kommt nach Deutschland

Veröffentlicht am 10.09.2026 um 09:15 Uhr – Lesedauer: 

Altötting ‐ Mit Benedikt XVI. kam vor 20 Jahren auch sein Sekretär Georg Gänswein nach Altötting. Nun kehrt der Erzbischof wieder einmal in den oberbayerischen Marienwallfahrtsort zurück.

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Der frühere Privatsekretär von Benedikt XVI. (1927–2022), Erzbischof Georg Gänswein, wird am Freitag im oberbayerischen Marienwallfahrtsort Altötting erwartet. Dort wird der jetzige Nuntius von Litauen, Lettland und Estland um 19 Uhr in der Stiftspfarrkirche einen Gottesdienst feiern und anschließend die angrenzende, frisch renovierte Anbetungskapelle wiedereröffnen. In ihr war Papst Benedikt XVI. vor 20 Jahren beim Besuch in seiner Heimat Bayern der erste Beter gewesen. Die Reise fand unter dem Motto "Wer glaubt, ist nie allein" vom 9. bis 14. September 2006 statt. Sie führte das Kirchenoberhaupt auch nach München, in seinen Geburtsort Marktl am Inn, nach Regensburg und nach Freising.

Der frühere Passauer Bischof Wilhelm Schraml (1935–2021) hatte sich vorab dafür eingesetzt, dass die einstige Altöttinger Schatzkammer zu einer Anbetungskapelle umgebaut wurde. Die dort zuvor ausgestellten Kunstwerke, darunter das berühmte "Goldene Rössl", ein mehr als 600 Jahre altes Kleinod französischer Goldschmiedekunst, zogen 2009 in das neu eröffnete Haus Benedikt XVI. In der Kapelle wurde auf einem Originalstein der Münchner Mariensäule ein Tabernakel errichtet, den der Münchner Bildhauer Max Faller (1927–2012) gestaltet hat. Das Marmorstück aus der Gedenksäule der "Patrona Bavariae", der Schutzpatronin Bayerns, war mit anderen Teilen Ende der 1960er-Jahre ausgetauscht und bei dem Künstler eingelagert worden.

Papst-Monstranz

Ein anderes wertvolles sakrales Kunstwerk in dem Gotteshaus ist die sogenannte Papst-Monstranz. Mit dieser hatte Benedikt XVI. das Allerheiligste in die Kapelle übertragen. Ursprünglich hatte der österreichische Kaiser Franz Joseph I. die Monstranz dem oberbayerischen Marienwallfahrtsort gestiftet. Er und seine Frau Elisabeth, genannt "Sisi", waren große Verehrer der Altöttinger Madonna. Sisis Brautkranz wird gleichfalls in der örtlichen Schatzkammer aufbewahrt. Die Monstranz, aus Silber getrieben, gegossen und feuervergoldet, stammt den Angaben zufolge aus der Zeit um 1680 und ist 91 Zentimeter groß. Geschaffen hat sie der Augsburger Meister Georg Berchtold.

Gänswein ist dem Wallfahrtsort Altötting seit langem verbunden. 2016 enthüllte er dort ein Denkmal für Benedikt XVI. Aus diesem Anlass wurde ihm auch die Goldene Ehrennadel der Stadt für die jahrelange gute Zusammenarbeit verliehen. (KNA)