Genehmigung anscheinend verwehrt

Keine "Alte Messe" im Petersdom bei Traditionalisten-Wallfahrt

Veröffentlicht am 10.09.2026 um 11:05 Uhr – Lesedauer: 

Rom ‐ Dass Kardinal Raymond Burke im ersten Amtsjahr von Papst Leo XIV. eine "Alte Messe" im Petersdom feiern durfte, wurde als Kurswechsel gewertet. Was hat es zu bedeuten, dass das in diesem Jahr nicht mehr möglich ist?

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Anders als im vergangenen Jahr gibt es bei der diesjährigen Traditionalisten-Wallfahrt "Ad Petri Sedem" keine Messe in der vorkonziliaren Liturgie im Petersdom. Stattdessen feiert der kasachische Weihbischof Athanasius Schneider den Hauptgottesdienst in der römischen Basilika Santa Maria Maggiore, wie aus dem Programm der Wallfahrt hervorgeht. Verschiedene Medien aus dem traditionalistischen Umfeld berichten, dass für die Feier im Petersdom keine Genehmigung erteilt wurde.

Den Berichten zufolge sei die Feier im vergangenen Jahr unter Vorsitz von Kardinal Raymond Burke im Umfeld des Papstes als unangemessen triumphalistisch wahrgenommen worden. Dies habe die Entscheidung, in diesem Jahr keine Messe im Petersdom zu genehmigen, beeinflusst.

Gebet im Petersdom, aber keine Messe

Die Wallfahrt findet vom 23. bis 25. Oktober in Rom statt und wird mit einer Pontifikalvesper in der Basilika Santa Maria ad Martyres eröffnet, der Schneider vorsteht. Am zweiten Tag der Wallfahrt findet eine Prozession zum Petersdom statt, wo eine Gebetszeit eingeplant ist. Die Messe in Santa Maria Maggiore findet am Nachmittag statt. In der Basilika befindet sich auch das Grab von Papst Franziskus (2013–2025). Dieser hatte mit dem Motu proprio “Traditionis Custodes” (2019) die Feier der “Alten Messe” deutlich eingeschränkt.

Im vergangenen Jahr erhielt die Wallfahrt erstmals seit 2019 die Erlaubnis zur Feier im Petersdom. Die Genehmigung wurde als Zeichen gewertet, dass Papst Leo XIV. den Kurs seines Vorgängers Franziskus zur "Alten Messe" behutsam korrigieren will. Der Veranstalter der Wallfahrt, die Vereinigung "Coetus Internationalis Summorum Pontificum", hat sich zu den Gründen noch nicht geäußert.

Die Feier nach den Messbüchern von 1962 war im Petersdom im Frühjahr 2021 allgemein eingeschränkt worden. Im Zuge des Verbots von Privatmessen wurde die Feier der "Alten Messe" auf ausgewählte Zeiten und die Clemenskapelle in den Grotten des Petersdoms beschränkt. Kardinal Burke gehörte damals schon zu den Kritikern der Einschränkungen. (fxn)