Quantenphysiker glaubt an allmächtigen Gott – "Höhere Dimension"
Der deutsche Physiker und Unternehmer Markus Pflitsch findet in der Quantentechnologie eine Ahnung des Göttlichen. "Für mich persönlich ist die Quantenwissenschaft tatsächlich zu einem weiteren wichtigen Baustein meines Glaubens an einen allmächtigen Gott geworden", sagte Pflitsch in einem Interview der Zeitschrift "Christ in der Gegenwart" (Ausgabe vom 13. September). Ob sich aus der Quantenphysik direkt ein Gottesbeweis ableiten lasse, wisse er nicht, sagte der Katholik. Aber einen Widerspruch sehe er nicht. Sowohl eine philosophisch-religiöse als auch eine naturwissenschaftliche Spiritualität lehre, "dass es eine höher dimensionierte Wirklichkeit gibt", so der Physiker. "Da ist mehr als das, was wir mit unseren Sinnen wahrnehmen, da ist auch mehr als die Einstein'sche, vierdimensionale Raumzeit."
Auf der Suche nach diesem höheren spirituellen Konzept von der Welt werde man "in der Quantenmechanik fündig, die uns zeigt: Alles ist gleichzeitig." Pflitsch räumte aber ein, dass momentan unter den führenden Köpfen im Bereich der Quantentechnologie gläubige Menschen wie er absolut in der Minderheit seien. "Eine agnostische oder nichtreligiöse Perspektive überwiegt." Eine generelle Überlegenheit fortschreitender Technik sieht der Quantenphysiker nicht. "Keine Mechanik kann die Nächstenliebe begreifen, die uns Jesus gelehrt hat", sagte Pflitsch. "Die Liebe macht den Unterschied. Kein Superrechner kann lieben."
Zugleich warnte er vor den Gefahren der Quantentechnologie und lobt die Einschätzungen von Papst Leo XIV.: "Regulierung ist notwendig – sie muss aber so gestaltet sein, dass sie Sicherheit schafft, ohne technologische Entwicklung zu verhindern." – Pflitsch ist Diplomphysiker und hat 2018 das Unternehmen Terra Quantum gegründet. Es stellt Software für Quantencomputing her. (KNA)
