Verlässlicher Käufer gefunden

Klosterbau wird zu Mietwohnungen

Veröffentlicht am 10.09.2026 um 16:03 Uhr – Lesedauer: 

Osnabrück/Rieste ‐ Wohnen im Kloster: In Niedersachsen entstehen neue Mietwohnungen in einem alten Klosterbau. Das Bistum Osnabrück konnte sich die Sanierung nicht leisten – und musste verkaufen.

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Das Klostergebäude Kommende Lage im niedersächsischen Rieste ist verkauft. Der künftige Besitzer wolle das Klostergebäude renovieren, um darin Mietwohnungen einzurichten, teilte das Bistum Osnabrück am Donnerstag mit. Der Käufer betreibt eine Baumschule im nahe gelegenen Bersenbrück. Das ehemalige Kloster übernimmt er zum 15. Januar. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Die traditionsreiche Wallfahrt an dem Ort bleibe erhalten, so das Bistum weiter. Pfarrer Hubert Bischof ziehe Anfang nächstes Jahr auf Lage und kümmere sich dort unter anderem um die Wallfahrt. Das Pfarrhaus sei nicht verkauft worden.

Bistum kann sich Sanierung nicht leisten

"Das Bistum Osnabrück ist froh, für die Kommende Lage einen verlässlichen Käufer aus der Region gefunden zu haben, der auch die besondere Situation mit der nebenliegenden Wallfahrtskirche zu schätzen weiß", sagte der Verwaltungschef des Bistums, Generalvikar Johannes Wübbe.

Das Bistum hatte im März angekündigt, das Gebäude zu verkaufen. Die Diözese könne die Kosten für die notwendige Sanierung des jahrhundertealten Anwesens nicht tragen. Dort lebten zu diesem Zeitpunkt Vertreter von zwei Ordensgemeinschaften: fünf Brüder der Franziskaner-Minoriten und die Schwestern der Klarissen-Kapuzinerinnen. Die Klarissen haben das Gebäude bereits verlassen; die Franziskaner-Minoriten werden Ende des Jahres ausziehen.

Wallfahrt seit 800 Jahren

Die Kommende Lage entstand Mitte des 13. Jahrhunderts, als Graf Otto von Tecklenburg seinen Hof dem Johanniterorden zur Verfügung stellte. 1810 wurde das Kloster aufgelöst, das Gebäude wurde danach unter andrem als Hotel genutzt. 1999 erwarb das Bistum Osnabrück die Kommende Lage.

Die Wallfahrt in Lage gibt es seit rund 800 Jahren. Während der Kreuztracht tragen Pilger ein altes, 135 Kilogramm schweres Kreuz um die Wallfahrtskirche. (KNA)