Studie zu geistlichem Missbrauch in Münster wird vorgestellt
Forscher der Universität Münster stellen am 25. September die Ergebnisse einer Studie zu geistlichem Missbrauch in katholischen Gemeinschaften vor. Die Wissenschaftler um die Theologin und Soziologin Judith Könemann haben seit Anfang 2023 zwei sogenannte geistliche Gemeinschaften untersucht, wie die Universität am Freitag mitteilte.
Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen die "Christusgemeinschaft" im Bistum Osnabrück und die Gemeinschaft "Totus Tuus Neuevangelisierung" im Bistum Münster. Die Forscher gingen der Frage nach, wie geistlicher Missbrauch und Machtmissbrauch innerhalb solcher Gemeinschaften entstehen und wirken können.
Betroffene sollen Anerkennung erfahren
Ziel des Projekts sei neben der Aufarbeitung der Vorgänge in den untersuchten Gemeinschaften auch, die Erfahrungen Betroffener wahrzunehmen und anzuerkennen. Zudem sollen die Erkenntnisse nach Angaben der Universität dazu beitragen, die Präventionsarbeit zu verbessern.
Unter geistlichem Missbrauch wird die Manipulation oder Ausnutzung von Menschen unter Berufung auf Gott oder religiöse Autorität verstanden. Er kann etwa in der Seelsorge, bei der Beichte oder geistlichen Begleitung, aber auch innerhalb geistlicher Gemeinschaften auftreten.
Ergebnisse erscheinen auch als Buch
In Auftrag gegeben und gefördert wurde die Studie von den Bistümern Münster und Osnabrück, der Kongregation der Thuiner Franziskanerinnen sowie der Deutschen Bischofskonferenz.
Die Ergebnisse sollen unter dem Titel "Macht durch Charisma. Geistlicher Missbrauch in Geistlichen Gemeinschaften" als Buch erscheinen und zugleich kostenlos als PDF verfügbar sein. Vorgestellt wird die Studie am 25. September ab 16.30 Uhr bei einer öffentlichen Veranstaltung in der Aula des Schlosses der Universität Münster. Die Präsentation soll auch im Internet übertragen werden. (KNA)
