Es kursiere "viel Unsinn"

Mediziner warnt vor Mythen zum Fasten auf Social Media

Veröffentlicht am 13.09.2026 um 09:08 Uhr – Lesedauer: 

Berlin ‐ Teure Fastenkuren auf der einen Seite, Warnungen vor angeblichen Gefahren auf der anderen: In Sozialen Medien kursieren durch Influencer viele Fehlinformationen – auch rund um das Fasten. Ein Fastenforscher klärt auf.

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In Sozialen Medien wird nach Einschätzung eines Fastenforschers "viel Unsinn" zu Gesundheitsfragen verbreitet. Ein Beispiel: "Plötzlich behaupten Influencer, bei Frauen sei alles anders", sagte Andreas Michalsen der "Welt am Sonntag". Dabei seien verschiedene Formen des Fastens grundsätzlich gesundheitsfördernd – wenn man sie sachkundig durchführt und an den eigenen Biorhythmus anpasst.

Diese Menschen müssen aufpassen

Aufpassen müsse man, dass Menschen nicht "in eine Art des Stressessens oder Orthorexie geraten. Es darf keine Neurotisierung des Essens stattfinden", mahnte Michalsen. Orthorexie meint das zwanghafte Bemühen, sich besonders gesund zu ernähren; Betroffene geben sich selbst oft strenge Regeln und wenden viel Zeit auf, um sie einzuhalten.

Auf Plattformen wie Instagram und Co. beobachtet der Experte zudem, dass Menschen fasten, "die ohnehin schon alles in ihrem Leben optimiert haben, sodass es in eine Zwanghaftigkeit übergeht". Wenn jemand an der Grenze zum Untergewicht liege, seien auch wenige Fastentage keine gute Idee. Ebenso sei bei Gallensteinen und nach Gichtanfällen vom Fasten abzuraten.

Mit Fasten zu mehr Freiheit

Durch Fastenzeiten erlange der Körper "eine gewisse Freiheit" und zudem Schutz vor Alterskrankheiten, erklärte Michalsen. "Er ist nicht mehr ständig von Hunger und Appetit getrieben". Kurzfristig reduzierten sich durch Fasten vor allem Bauchfett und Hautprobleme, ebenso Entzündungen im Mundraum. Der Blutzucker normalisiere sich, und der Blutdruck sinke.

Er selbst verzichte lieber, statt auf einer Reise etwas Ungesundes für viel Geld zu essen. "Das lernt man durch Fasten. Man bekommt ein Körpergefühl und spürt: Ich verhungere nicht, wenn ich jetzt am Flughafen auf die Pizza verzichte, die da seit zehn Stunden liegt. Mir geht es besser, wenn ich nur einen Kaffee und ein Wasser trinke – und mir am nächsten Tag etwas Gutes zu essen gönne." (KNA)