Renovierung von Kloster Wettenhausen geglückt – Appell des Bischofs

Im Dominikanerinnenkloster Wettenhausen im bayerisch-schwäbischen Landkreis Günzburg sind die Sanierungsarbeiten nach rund drei Jahren erfolgreich zu Ende gegangen. Die Instandsetzungen am Klausurgebäude waren wegen maroder Dachstuhl-Teile und fauler Dachbalken notwendig geworden, wie das Bistum Augsburg am Wochenende auf seiner Internetseite mitteilte.
"Auch die wertvollen historischen Stuckdecken befanden sich in kritischem Zustand", hieß es. "Sie hatten sich an verschiedenen Stellen von den Balken gelöst und drohten abzustürzen. Ohne eine grundlegende Sanierung wäre das Kloster auf Dauer nicht mehr bewohnbar gewesen."
Holzböden von PVC befreit
Bei der im August 2023 begonnenen Erneuerung des Klausurgebäudes wurden den Angaben zufolge der Dachstuhl und die Dacheindeckung saniert, sämtliche Elektro- und Wasserleitungen sowie die sanitären Einrichtungen erneuert. Historische Holzböden habe man von später aufgebrachten PVC-Belägen befreit und restauriert, Fenster energetisch ertüchtigt und umfangreiche Brandschutzmaßnahmen umgesetzt. Der Südturm sei zu einem Treppen- und Fluchtturm umgebaut worden.
Rund zwölf Millionen Euro hat die Generalsanierung laut Bistum gekostet. Etwa 90 Prozent der Kosten wurden demnach durch öffentliche und kirchliche Zuschüsse getragen. "Allein der Bund unterstützte das als Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung eingestufte Kloster mit mehr als fünf Millionen Euro, rund drei Millionen Euro zahlte das Bistum Augsburg." Weitere Mittel hätten unter anderem der Freistaat, der Bezirk Schwaben, der Landkreis Günzburg und die Gemeinde Kammeltal beigesteuert. Rund 1,2 Millionen Euro müsse die Ordensgemeinschaft aufbringen.
Bischof lobt das Beten
Augsburgs Bischof Bertram Meier feierte zum Abschluss der Arbeiten ein Pontifikalamt. Dabei appellierte er an die Ordensfrauen, ihre Klosterpforten weiter für alle Interessierten offen zu halten, "damit sie durch Ihr Beten mithinein genommen werden in den Lobpreis und die Erkenntnis Gottes". Meier ergänzte: "Das persönliche Glaubenszeugnis muss heute dringend ergänzt werden durch eine Katechese für Menschen unterschiedlichsten Alters, die sich dem Glauben gegenüber neu oder erstmals zuwenden. Ein Kloster bietet personell wie räumlich beste Voraussetzungen dafür."
Das Kloster Wettenhausen wurde um 1130 erstmals nachgewiesen, aber wohl schon Ende des 10. Jahrhunderts gegründet. Im 17. Jahrhundert wurde das ehemalige Augustinerchorherrenstift zu einer barocken Anlage umgestaltet. Seit 1865 leben dort Dominikanerinnen. (KNA)