Bischof Wilmer: Europa braucht "unbedingt eine synodale Kirche"

Europa braucht nach Ansicht von Bischof Heiner Wilmer "unbedingt eine synodale Kirche". Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz verwies in Radio Vatikan am Dienstag auf eine wachsende Fragmentierung des Kontinents, die eine Gefahr von Kleinstaaterei oder Scharmützeln berge. "Europa braucht eine Orientierung aus dem Evangelium – und das kann nur geschehen, wenn die Kirche gemeinsam unterwegs ist, wenn die Kirche synodal ist", so der Münsteraner Bischof.
Wilmer ist noch bis Donnerstag beim internationalen Synodenworkshop im oberösterreichischen Schloss Puchberg bei Wels. Dort wollen rund 180 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus mehr als 30 Ländern unterschiedliche Erfahrungen und Perspektiven europäischer Ortskirchen zusammenzuführen und daraus eine "Roadmap" für die weitere Umsetzung der Weltsynode entwickeln.
Zusammenrücken der Europäer
Von der Tagung erhoffe er sich ein stärkeres Zusammenrücken der Europäerinnen und Europäer, sagte Wilmer. Dafür sei es wichtig, wirklich aufeinander zu hören – "und zwar die Nordeuropäer auf die Südeuropäer, die Leute aus dem Westen auf den Osten", und sich als "große europäische Menschheitsfamilie" zu begreifen.
Neben Jesu Auftrag, als synodale Kirche zusammenzuhalten, sieht Wilmer eine zweite Dynamik: "Die Kirche hat sich immer gewandelt seit den Tagen Jesu." Wandlung sei Teil der Kirche. "Wir brauchen keine Angst zu haben vor Erneuerungen, wir brauchen keine Angst zu haben vor dem Geist in der Zeit, der uns zeigt, wie wir heute gut das Evangelium verkünden, so dass wir heute neu nah beim Menschen sind und da gilt es kreativ zu sein", sagte Wilmer.
Es gelte anderen Menschen in die Augen zu schauen, gemeinsam voranzugehen und nicht alleine vorzupreschen. Laut Wilmer braucht es dazu das Zuhören und Nachfragen: "Wo drückt euch der Schuh, wie können wir euch helfen, wie können wir gemeinsam unterwegs sein und was könnt ihr uns sagen, wie wir das Evangelium vielleicht auch besser verkünden könnten?" (KNA)