Frauenbund: Amt des Bischofskonferenz-Generalsekretärs öffnen
Die Katholische Frauenbewegung Österreichs (kfbö) fordert, das Amt des Generalsekretärs der Bischofskonferenz für Laiinnen und Laien zu öffnen. "Es ist an der Zeit, dass die Bischofskonferenz ihre eigenen Statuten so öffnet, dass dieses wichtige Amt auch von Laien, Frauen wie Männern, besetzt werden kann", sagte die kfbö-Vorsitzende Angelika Ritter-Grepl in einer Pressemitteilung (Dienstag). Ein Wechsel an der Spitze eines so zentralen kirchlichen Amtes sei selten. "Genau deshalb wollen wir ihn nicht ungenutzt verstreichen lassen."
Nichts im Kirchenrecht zwinge dazu, das Amt nur an Priester zu vergeben. Andere Bischofskonferenzen zeigten bereits, dass es anders gehe. "In Deutschland leitet Beate Gilles seit 2021 als Laiin erfolgreich das Sekretariat der Bischofskonferenz", betonte der Frauenverband. Auch die deutsche Ordensfrau Anna Mirijam Kaschner, die seit 2009 als Generalsekretärin der Nordischen Bischofskonferenz fungiert, wurde als positives Beispiel hervorgehoben.
Laut Satzung ist eine Frau an der Spitze des Generalsekretariats der österreichischen Bischofskonferenz gegenwärtig nicht möglich. Im vom Vatikan bestätigten Statut heißt es: "Der Generalsekretär der Österreichischen Bischofskonferenz wird von der Vollversammlung für eine Periode von sechs Jahren gewählt. Er muss nicht Bischof sein, wohl aber Priester."
"Offen, konstruktiv, immer im Gespräch"
Wenn die Bischofskonferenz den weltweiten synodalen Weg glaubwürdig gehen wolle, dürfe es nicht bloß bei Gesprächsrunden bleiben, sondern müssten auch Ämter und Strukturen thematisiert werden, betonte die kfbö. Daher gehöre die Frage nach der Leitung des Generalsekretariats ganz oben auf die Tagesordnung.
Am Montag hatte der langjährige Generalsekretär der Österreichischen Bischofskonferenz, Peter Schipka, angekündigt, Ende November sein Amt auf eigenen Wunsch abzugeben und eine Professur an der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Wien/Niederösterreich zu übernehmen. Zu seinen Beweggründen erklärte der promovierte Theologe und Jurist: "Ich habe diese Tätigkeit immer sehr gerne ausgeübt. Mir ist aber bewusst geworden, dass es für das Amt und für meine Person nicht gut ist, wenn beide aufgrund der langen Dauer zu sehr aneinanderwachsen." An der nächsten Vollversammlung der österreichischen Bischöfe im November in Salzburg werde er aber noch teilnehmen.
In ihrer Pressemitteilung dankte die kfbö Schipka für die Zusammenarbeit. "15 Jahre lang war Peter Schipka für uns ein Ansprechpartner, auf den Verlass war: offen, konstruktiv, immer im Gespräch", heißt es. "Für diese Zusammenarbeit sind wir dankbar und wir wünschen ihm für seine neue Aufgabe an der KPH alles Gute." (cbr)
