Während er bei König Charles in London war

Diebe brechen bei 97-jährigem Kardinal ein – 30.000 Euro Beute

Veröffentlicht am 19.09.2026 um 09:30 Uhr – Lesedauer: 

Rom/Florenz ‐ Schwerer Einbruch am helllichten Tag an einem der belebtesten Plätze von Florenz: Opfer ist Ernest Simoni, einer der ältesten Kardinäle der Welt. Der Schaden ist hoch – doch aus einem Grund reagiert Simoni erleichtert.

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Einbruch bei einem der ältesten Kardinäle der Welt: In der Wohnung von Kardinal Ernest Simoni in Florenz sollen Diebe Wertgegenstände im Wert von rund 30.000 Euro entwendet haben, wie die Zeitung "Corriere della Sera" am Freitag berichtete. Der 97-jährige Kirchenmann bewohnt das Apartment am Domplatz gemeinsam mit seinem Neffen und dessen Ehefrau, die den Einbruch am späten Donnerstagabend entdeckten. Simoni besucht derzeit König Charles III. in London.

Laut Bericht hatten die Diebe die gepanzerte Eingangstür tagsüber gewaltsam mit Meißeln geöffnet und anschließend die gesamte Wohnung durchsucht. Nach Angaben des Neffen Simonis seien Bargeld, Goldgegenstände, einige Schmuckstücke seiner Frau und einige Medaillen gestohlen worden.

Als er seinen Onkel benachrichtigt habe, sei dieser besonders besorgt um seine Heiligenstatuen gewesen, erzählte der Neffe der Zeitung. "Als ich ihn beruhigte und sagte, dass die Statuen alle noch an ihrem Platz seien, meinte er: 'Na dann ist es ja nicht so schlimm.'"

"Lebender Märtyrer"

Simoni stammt ursprünglich aus Albanien. Während der kommunistischen Diktatur (1946-1990) hatte er als Priester des Erzbistums Shkodra 18 Jahre in Haft verbracht. Nach seiner Freilassung 1981 wirkte er im Geheimen weiter als Geistlicher. Nach dem Ende des kommunistischen Regimes schlichtete er vielfach bei Familienfehden, die in Albanien häufig blutig enden.

Im November 2016 ernannte Papst Franziskus (2013–2025) den damals 88-Jährigen zum Kardinal. Er gehört zu den wenigen Geistlichen ohne Bischofsweihe im Kardinalskollegium. Im Jahr 2024 würdigte ihn Franziskus als "lebenden Märtyrer". (KNA)