Begegnung mit Seelsorgern im Bistum Rom

Papst Leo XIV.: In der Seelsorge auf das Wesentliche konzentrieren

Veröffentlicht am 19.09.2026 um 12:40 Uhr – Lesedauer: 

Rom ‐ Weniger ist manchmal mehr: Das gilt, so die überraschende Ansage von Papst Leo XIV., auch in der Seelsorge der Kirche. Entscheidend sei dabei der Kern, nicht der Aktivismus.

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Papst Leo XIV. hat die Mitarbeitenden in der Seelsorge im Bistum Rom aufgerufen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und nicht in kirchlichen Aktivismus zu verfallen. Bei einer Begegnung mit mehr als tausend Priestern, Pfarrgemeindehelfern und Caritasmitarbeitern sagte er am Freitagabend in der Lateranbasilika: "Manchmal häufen sich die Vorschläge, Aktivitäten und Begegnungen, und man verliert den Kern, den evangeliumsgemäßen Sinn dessen, was man tut, aus den Augen."

Die Begegnung mit Christus sei das Entscheidende, so der Papst. Daher sollten die Mitarbeitenden "sich nicht so sehr fragen, was man tun soll, sondern eher, wem man begegnen will, und wie". Dies gelte auch für die Überprüfung von Projekten in der Seelsorge.

Es gehe vor allem um die Fragen: "Fördern unsere Aktivitäten das Wachstum im Glauben? Bilden sie missionarische Jünger aus? Tragen sie dazu bei, kirchliche Verantwortung zu entwickeln? Führen sie zu einem reifen Glauben, der sich in konkreten Entscheidungen im Leben und im Dienst niederschlägt?"

Auch externe Ratgeber befragen

Die kirchlichen Mitarbeiter müssten bereit sein, ehrlich anzuschauen, "was Früchte getragen hat, zu verstehen, was nicht funktioniert hat, und gemeinsam nach den Gründen dafür zu suchen". Dabei sollten sie auch Menschen zuhören, die "nicht zur Gemeinschaft gehören und die Dinge sozusagen von außen betrachten". Mit einem Augenzwinkern mahnte er seine Zuhörer, dass die "Kunst der Überprüfung der Seelsorge" letztlich die Möglichkeit eröffne, "weniger zu machen, das aber besser".

Leo XIV. lobte zugleich die bisherigen Reformprozesse im Bistum Rom; dabei sei auch manche Fehlentwicklung korrigiert worden. Die neue synodale Orientierung führe zu einer breiteren Mitverantwortung von Laien.

Die Diözese Rom, in der etwa drei Millionen Menschen leben, ist mit 334 Pfarreien und mehr als 1.500 Priestern die zweitgrößte in Italien nach Mailand. Bischof von Rom ist der Papst; in der praktischen Leitung des Bistums vertritt ihn der sogenannte Kardinalvikar, dies ist derzeit Kardinal Baldassare Reina (55). (KNA)