Unterschiede auch bei Alter und Geschlecht

Christen, Muslime, Konfessionslose: Wer hat in Berlin wie gewählt?

Veröffentlicht am 21.09.2026 um 12:15 Uhr – Lesedauer: 

Berlin ‐ Hätten bei der Berliner Wahl für das Abgeordnetenhaus nur Muslime abgestimmt, hätte die Linke die absolute Mehrheit erzielt. Unter Christen liegt dagegen weiter die CDU vorn. Doch das hängt auch vom Alter ab.

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Die Linke hat als Sieger bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl insbesondere bei muslimischen Wählern gepunktet. Während die Partei laut vorläufigem Endergebnis 25,7 Prozent aller Stimmen gewann, waren es unter Muslimen 51 Prozent, wie aus einer Auswertung der Forschungsgruppe Wahlen hervorgeht, die der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) exklusiv vorliegt.

Auch unter konfessionslosen Wählern schnitt die Linke mit 28 Prozent etwas besser ab. Bei katholischen Wählern kam die Partei hingegen auf lediglich 17 Prozent und bei evangelischen Wählern nur auf 16 Prozent. In beiden Gruppen legte die Linke aber um 9 Prozentpunkte im Vergleich zur vorherigen Wahl zu. Unter muslimischen Wählern lag der Zugewinn sogar bei 36 Prozentpunkten.

Die AfD konnte ebenfalls deutliche Zugewinne bei christlichen Wählern verzeichnen. Lediglich unter Muslimen kam die in Teilen rechtsextreme Partei mit 4 Prozent auf einen Prozentpunkt weniger als bei der vorherigen Wahl. CDU, SPD und Grüne verloren dagegen ungeachtet der Religionszugehörigkeit in allen Gruppen, die bisherigen Regierungsparteien CDU und SPD besonders stark unter Muslimen.

CDU punktet weiterhin bei Christen

Während christliche Wählerinnen und Wähler in etwa so für AfD und Grüne stimmten, wie es dem Gesamtergebnis entsprach, konnte vor allem die CDU in dieser Gruppe stärker punkten. Mit 30 Prozent unter Katholiken und 27 Prozent unter Protestanten schnitten die Christdemokraten deutlich besser ab als mit ihren 18,8 Prozent im Gesamtergebnis. Auch die SPD konnte unter Christen etwas bessere Ergebnisse erzielen.

Christ- wie Sozialdemokraten konnten vor allem auf ältere Wähler ab 60 Jahren zählen. Unter jungen Wählern bis 34 Jahre stimmten hingegen 33 Prozent der Christen für die Linke. Die AfD schnitt in dieser Altersgruppe bei Katholiken mit 17 Prozent etwas besser ab als bei Protestanten mit 13 Prozent. Betrachtet man das Wahlverhalten von christlichen Frauen und Männern, zeigen sich ebenfalls Unterschiede: So wählten Frauen etwas häufiger die Linke und Männer eher die AfD. Unter evangelischen Frauen schnitt die CDU im Vergleich etwas schlechter ab.

Die Forschungsgruppe Wahlen hat am Wahlsonntag in Berlin 17.460 Wähler in Wahllokalen befragt – unmittelbar nachdem sie ihre Stimme abgegeben hatten. Davon wurden 8.784 auch nach Konfession befragt. Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis der Abgeordnetenhauswahl kam die Linke auf 25,7 Prozent, die CDU auf 18,8 Prozent, die AfD auf 16,3 Prozent, die Grünen auf 14,3 Prozent, die SPD auf 12,1 Prozent und das BSW auf 4,7 Prozent. (KNA)