Der Kölner Domkran – Symbol der unvollendeten Kathedrale kehrt zurück
Der Kölner Domkran, über Jahrhunderte Symbol für den unvollendeten Dom, kehrt nun als Nachbildung zurück. Auf dem Roncalliplatz an der Kathedrale entsteht zurzeit eine halb so große Nachbildung des mittelalterlichen Originals, wie das Portal "domradio.de" berichtet. Anlass für die Rückkehr des historischen Wahrzeichens ist die am Mittwoch beginnende Dreikönigswallfahrt. Am Mittwochvormittag wollen die Zimmerleute das Richtfest für den 15 Meter hohen Kran feiern.
Seit dem Spätmittelalter stand der gewaltige hölzerne Baukran auf dem unvollendeten Südturm des Domes. Bis zum Weiterbau zur Mitte des 19. Jahrhunderts prägte er die Stadtsilhouette und war ein Wahrzeichen Kölns. Entstanden ist der Kran nach Einschätzung von Matthias Deml von der Kölner Dombauhütte wohl bald nach 1360. Damals sei er "eine der größten, wenn nicht sogar die größte Baumaschine Europas" gewesen, sagte Deml. Mit dem Kran konnten schwere Werkstücke auf den weiter wachsenden Turm gebracht werden. Als die Arbeiten um 1410 eingestellt wurden, hatte der Südturm 56 bis 58 Meter erreicht, knapp ein Drittel der heutigen Höhe von 157 Metern.
Als im September 1842 Preußens König Friedrich Wilhelm IV. den Grundstein für die Vollendung des Domes legte, wurde der alte Baukran dafür noch einmal symbolisch genutzt. Doch neue technische Möglichkeiten ermöglichten inzwischen einen deutlich schnelleren Baufortschritt. Bei der Vollendung der Türme war der alte Kran im Weg; 1868 wurde er abgerissen. Teile des Kranholzes wurden jedoch laut dem Bericht weiterverarbeitet; es entstanden etwa Möbelstücke, Kreuze, Kranmodelle und andere Erinnerungsstücke an das frühere Kölner Wahrzeichen. Einige Objekte seien bis heute erhalten. (KNA)
