Nach drei Wahlschlappen

CDU-Politikerin Grütters: Partei braucht Rückbesinnung auf Christentum

Veröffentlicht am 22.09.2026 um 09:25 Uhr – Lesedauer: 

Berlin ‐ Drei Wahlschlappen setzen die CDU nicht nur im Osten unter Druck. Die langjährige CDU-Politikerin Monika Grütters fordert deshalb eine Rückbesinnung auf die christlichen Grundsätze der Partei. Was sie sonst befürchtet.

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Die CDU-Politikerin Monika Grütters rät ihrer Partei nach den jüngsten Wahlschlappen in Ostdeutschland zu einer Neufokussierung auf christliche Grundsätze. "In einer solchen Lage muss sich die CDU, will sie nicht zerrieben werden, endlich wieder auf ihre Wurzeln in der christlichen Soziallehre zurückbesinnen und sich eindeutig dazu bekennen", sagte Grütters, die langjähriges Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) ist, am Montag in Berlin der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Es gehe nicht um einzelne Fragen der Tagespolitik, sondern um die Grundsätze des Selbstverständnisses der Partei.

"Wir sollten der Entchristlichung der Gesellschaft ein klares Bekenntnis zu unseren Wurzeln und Werten entgegensetzen – nicht nur im Interesse unserer Partei, sondern weil es inzwischen in ganz Deutschland und für unser Gemeinwesen um die Würde aller Mitmenschen und um die Grundsätze des friedlichen Zusammenlebens geht", mahnte die frühere Kulturstaatsministerin. "Wenn wir uns auf Grundsätze der Barmherzigkeit in unserer CDU-Politik nicht mehr besinnen und berufen können, erodiert die gesellschaftliche Mitte."

"Die CDU wird gebraucht"

Die 64-Jährige, die von 2005 bis 2025 Bundestagsabgeordnete war, appellierte an ihre Parteikollegen: "Gemeinsam müssen wir die politischen Kräfte stärken, die Zusammenhalt fördern, statt Menschengruppen gegeneinander auszuspielen. Die CDU wird gebraucht in einer freien, weltoffenen, vielfältigen demokratischen Gesellschaft." Demokratie bedeute Auseinandersetzung in Sachfragen mit Respekt und Achtung voreinander, mit Demut vor der geliehenen Macht und vor der Gewaltenteilung.

"Menschenwürde, Menschenrechte, Religionsfreiheit – die CDU muss sich wieder klarer und deutlicher auf diese Grundsätze ihres Selbstverständnisses berufen", erklärte Grütters. Denn wer seine eigenen Werte und Wurzeln kenne, könne auch dem Anderen, dem Fremden Raum geben, ohne sich dadurch bedroht zu fühlen. "Das müssen wir wieder viel klarer mit der Berufung auf das christliche Menschenbild begründen."

Bittere Verluste in drei Wahlen

Die CDU war am Sonntag bei der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert und damit erstmals nicht in einen Landtag eingezogen. In Berlin wurden die Christdemokraten zwar mit 18,8 Prozent zweitstärkste Kraft hinter den Linken, büßten aber 9,5 Prozent im Vergleich zur vorigen Abgeordnetenhauswahl ein und sind künftig möglicherweise nicht mehr Teil der Regierung. Auch in Sachsen-Anhalt hatte die CDU bei der Landtagswahl vor zwei Wochen mit 17,2 Prozent ihr historisch schlechtestes Wahlergebnis in dem Bundesland eingefahren und nicht einmal halb so viele Stimmen bekommen wie bei der Landtagswahl vor fünf Jahren. Grütters sprach von "bitteren Ergebnissen". (KNA)