Apostolischer Assistent beendet Dienst

SJM-Orden schließt Reflexionsprozess nach Aufarbeitung ab

Veröffentlicht am 22.09.2026 um 10:55 Uhr – Lesedauer: 
Ordensmänner der Diener Jesu und Mariens beim Generalkapitel 2026
Bild: © SJM

Blindenmarkt ‐ Nach gut drei Jahren haben die "Diener Jesu und Mariens" ihren vom Vatikan verordneten Reflexionsprozess beendet: Nach der Aufarbeitung der Gründungsphase stand eine Neubestimmung des Ordenscharismas an.

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Der mehrjährige "Reflexionsprozess" im Orden der Diener Jesu und Mariens (SJM) ist abgeschlossen. Das Ordensdikasterium hat den von ihm angeordneten Prozess nach dem Abschlussbericht des Apostolischen Assistenten, Altabt Raimund Schreier, für beendet erklärt, teilte die Gemeinschaft mit. Der Vatikan hatte Ende 2022 einen Apostolischen Assistenten ernannt, um den Orden in einem auf drei Jahre angelegten Prozess bei der Aufarbeitung und Reflexion seiner Geschichte und seines Gründers Andreas Hönisch zu begleiten. Ausdrücklich handelte es sich dabei nicht um eine Visitation.

Laut dem Orden ermutigt das Dikasterium in seinem Schreiben zum Abschluss des Prozesses, den in den vergangenen Jahren beschrittenen Weg fortzusetzen. Dazu gehörten die Förderung "einer offenen Kultur des gegenseitigen Feedbacks", getragen von "einer transparenten und klar strukturierten Kommunikation", das Bemühen um "gute Beziehungen zu den jeweiligen Ortsbischöfen", die "Weiterentwicklung einer missionarischen Pastoral", die auch "den Dialog mit jenen sucht, die sich externen Gruppen außerhalb der kirchlichen Gemeinschaft angeschlossen haben", sowie "Stärkung der Teamarbeit" in den Apostolaten der Gemeinschaft, heißt es in dem Schreiben aus Rom. Auf dem Generalkapitel im Juni wurden die Ergebnisse des Prozesses formal in Kraft gesetzt.

Zwischenbericht hatte Fehler in der Anfangszeit festgestellt

Der Orden hatte im vergangenen Jahr einen ersten Zwischenbericht veröffentlicht, in dem er ohne konkrete Vorfälle zu nennen schwerwiegende Fehler in der Anfangszeit einräumte. Erwähnt wurden die Notwendigkeit eines sorgfältigen und reflektierten Umgangs mit geistlicher Autorität, die Bedeutung von Ausbildung und gewissenhafter Rechenschaft sowie die Reflexion von Polarisierungen in der Anfangszeit. Im nun abgeschlossenen nächsten Schritt befasste sich der Orden mit seinem Charisma.

Die Diener Jesu und Mariens wurden 1988 durch den ehemaligen Jesuiten Andreas Hönisch gegründet. 1994 wurde die Gemeinschaft als Kongregation päpstlichen Rechts durch den Vatikan anerkannt. Hönisch war bis zu seinem Tod 2008 Generaloberer des Ordens. Die Gemeinschaft ist bis heute eng mit der Katholischen Pfadfinderschaft Europas (KPE) verbunden, die Hönisch 1976 mitgegründet hatte. Der Pfadfinderverband entstand in Abgrenzung zu als zu progressiv empfundenen Entwicklungen in der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG). Im Streit mit seinem Orden um die Tätigkeit in der KPE wurde Hönisch von den Jesuiten ausgeschlossen und war zunächst Augsburger Diözesanpriester. (fxn)