"Wir müssen doch nichts neu erfinden"

Kardinal Grech: Synodalität kann schon im Pfarrgemeinderat gelingen

Veröffentlicht am 22.09.2026 um 10:40 Uhr – Lesedauer: 

Köln ‐ Kardinal Grech sieht in der Kirche vor Ort bereits Strukturen für Synodalität. Entscheidend sind laut dem Weltsynoden-Chef aber nicht allein die Gremien. Auch zur in Deutschland geplanten Synodalkonferenz äußert er sich.

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Synodalität, ein Miteinander von Klerus und Laien, lässt sich laut Kardinal Mario Grech unter bestimmten Bedingungen jetzt schon im Pfarrgemeinderat vor Ort erleben: "Wir müssen doch nichts neu erfinden: Es gibt bereits Strukturen in der Kirche, dabei beziehe ich mich auf den Pastoralrat oder den Pfarrgemeinderat", sagte der für die Weltsynode zuständige Kardinal am Dienstag im Interview des kirchlichen Portals "domradio.de". Die Frage sei allerdings, wie diese Strukturen funktionieren.

Grech erklärte, es reiche nicht aus, eine Struktur zu haben. "Man braucht auch diesen synodalen Geist, in dem das Volk Gottes – Laien, Ordensleute, Priester – spürt, dass es Teil der Kirche ist. In einer von Gebet geprägten Atmosphäre versuchen wir, gemeinsam voranzugehen, während wir erkennen, was der Heilige Geist der Kirche sagen möchte." Synodalität könne eine Antwort sein: "Einander Zuhören kann Polarisierung abbauen."

Synodalität in Deutschland und weltweit

Mit Blick auf die in Deutschland geplante Synodalkonferenz sagte Grech: "Es ist normal, dass Menschen mit ihren Bischöfen zusammenkommen. Aber wie sich dieses Treffen entwickeln wird, muss sorgfältig geprüft werden." Darüber, ob und welche Antwort es aus Rom auf die Bitte um Genehmigung der Satzung der Synodalkonferenz geben werde, sei er nicht informiert.

Die Weltsynode sei bereits abgeschlossen. Aktuell befinde sich die Kirche in der dreijährigen Umsetzungsphase ihrer Ergebnisse. Grech betonte, es gebe bereits jetzt positive synodale Erfahrungen an der Basis. So sei das für 2028 geplante Treffen in Rom keine Fortsetzung, sondern ein weiteres Treffen zur Auswertung und zum Erfahrungsaustausch. "Hoffentlich können wir dann auch voneinander lernen", sagte der Kardinal. Natürlich gebe es offene Fragen: Synodalität entwickle sich weiter – "und wir sind offen dafür, was der Heilige Geist der Kirche sagen möchte". Ob es in Zukunft weitere, vielleicht sogar regelmäßige Treffen geben werde, muss laut Grech Papst Leo XIV. entscheiden. (KNA)