Altbischof leitete Weltsynoden-Studiengruppe

Genn: Ad-limina-Besuche dürfen kein Kontrollorgan mehr sein

Veröffentlicht am 24.09.2026 um 10:10 Uhr – Lesedauer: 

Münster ‐ Alle fünf bis acht Jahre sollen die Bischöfe einer Ortskirche zum Rapport nach Rom kommen. Der Stil dieser Ad-limina-Treffen soll sich künftig aber ändern, betont der Münsteraner Altbischof Felix Genn.

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Der emeritierte Münsteraner Bischof Felix Genn hat sich für einen anderen Stil bei Ad-limina-Besuchen ausgesprochen. Anders als dies in der Vergangenheit teilweise der Fall gewesen sei, dürften die Ad-limina-Besuche kein "Kontrollorgan" mehr sein, sagte Genn laut Mitteilung des Bistums Münster am Donnerstag. "Sowohl die Verantwortlichen in Rom als auch die Bischöfe in den Ortskirchen müssen ein synodales Miteinander noch stärker lernen." Es brauche daher eine Umkehr in den "Bindungen, in den Prozessen und in den Beziehungen", erklärte der emeritierte Bischof. Umkehr bedeute, sich "im Kopf, im Geist und auch im Verhalten" wandeln zu müssen. Im Blick auf die Ad-limina-Besuche müsse sich sowohl auf Seiten der Ortskirchen als auch auf Seiten Roms ein anderer Stil entwickeln. "Das ist ein Paradigmenwechsel für alle Seiten", betonte Genn.

Genn äußerte sich zum Bericht einer der Studiengruppen der Weltsynode. Diese wurden noch von Papst Franziskus (2013–2025) eingerichtet, um strittige Themen zu beraten, die im Rahmen des synodalen Prozesses aufgekommen waren, jedoch nicht bei den beiden Sitzungsperioden der Weltsynode im Vatikan behandelt werde sollten. Genn koordinierte die Studiengruppe 7 zum Thema Bischofsamt. Diese hatte bereits im Mai einen ersten Abschlussbericht vorgelegt, in dem sie sich für eine stärkere Einbindung von Laien in den Auswahlprozess künftiger Bischöfe ausgesprochen hat. Anfang September wurde nun der zweite Bericht zu den Ad-limina-Besuchen vorgelegt.

Thema Missbrauch immer besprechen

Die Ad-limina-Besuche sollen nach Vorstellung der Studiengruppe künftig einen stärker kollegialen und synodalen Charakter bekommen. Dabei sei insbesondere ein Austausch in Kleingruppen mit dem Papst zu bevorzugen. Auch Laiinnen und Laien sollen die Treffen inhaltlich mit vorbereiten, an den Begegnungen teilnehmen und später in die Evaluation einbezogen werden.

Genn hob hervor, dass bei den Treffen künftig immer das Thema Missbrauch besprochen werden soll. "Das ist wichtig, weil uns das Thema auch in Zukunft sehr herausfordern wird. Wir müssen hier sehr sensibel bleiben und immer im Blick behalten, wieviel Leid Menschen zugefügt wurde und wie wir das in Zukunft möglichst verhindern können." Der Altbischof betonte, dass Papst Leo XIV. die Abschlussberichte bewusst öffentlich gemacht habe, um große Transparenz herzustellen. "Es kann nicht nur Papier bleiben und ad acta gelegt werden, sondern es muss nun auch gehandelt werden", betonte Genn. "Papst Leo muss schauen, wie er das, was erarbeitet wurde, dazu gehört auch unser Bericht, umsetzen kann." (cbr)