Altbundespräsident Wulff steht zu Satz "Islam gehört zu Deutschland"

Altbundespräsident Christian Wulff steht zu seinem bekannten Ausspruch "Der Islam gehört zu Deutschland". Wulff sagte dem katholischen Kölner Internetportal domradio.de: "Ich würde es heute genauso wieder sagen, die ganze Rede vom 3. Oktober vor 16 Jahren."
Es gebe mehr als sechs Millionen Musliminnen und Muslime in Deutschland. "Natürlich sind viele von denen Deutsche geworden. Sie haben ihre Moscheen, sie haben ihre Imame, sie haben ihren Religionsunterricht. Und da müssen wir dafür sorgen, dass das alles auf dem Boden des Grundgesetzes in deutscher Sprache stattfindet und zu einem Miteinander und nicht zu einem Gegeneinander führt."
Mit Blick auf den interreligiösen Dialog wünscht sich der CDU-Politiker mehr Engagement. "Zwischen den Vertretern der Gläubigen gibt es einen guten Dialog zwischen Juden, Muslimen und Christen. Aber an der Basis in den Städten könnte noch viel mehr passieren - an Miteinander, an gegenseitigem Interesse, an Neugier."
"Demokratie neu erkämpfen"
Auch die Muslime müssten sich ein bisschen besser organisieren, regte Wulff an. "Damit sie auch als Ansprechpartner für bestimmte Fragen schneller handlungsfähig sind. Ich bin beispielsweise beim Islamkolleg in Deutschland der Meinung, dass wir viel mehr Muslime bei der Ausbildung der Imame einbinden sollten, damit sie nicht aus anderen Ländern entsandt werden, sondern hier in Deutschland auf Basis unseres Grundgesetzes in deutscher Sprache ausgebildet werden."
Der Tag der Deutschen Einheit, dessen zentrale Feierlichkeiten dieses Jahr in Bremen stattfinden, ist nach den Worten des früheren Staatsoberhaupts heute wichtiger denn je. Zum Stellenwert von Frieden, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit sagte er: "Wir waren nach 1945 sehr demütig. Wir waren 1989/1990 sehr euphorisch und danach aus meiner Sicht sehr gleichmütig. Wir haben das einfach so als Sieg der Demokratie weltweit angesehen. Das war jedoch Unsinn, denn die Demokratie muss immer wieder neu erkämpft werden." (KNA)