"Dafür!" – Bundesweite Interkulturelle Woche der Kirchen eröffnet

Mit der bundesweiten Interkulturellen Woche wollen sich die Kirchen in Deutschland für gesellschaftlichen Zusammenhalt einsetzen. Das diesjährige Motto lautet "Dafür!". Anlässlich des Auftaktes am Sonntag in Leipzig sagte der jüngst in den Ruhestand gegangene Bischof Heinrich Timmerevers laut Mitteilung in seiner Predigt, dass eine allgemeine Verunsicherung in Zeiten von Krisen und Kriegen einfachen Sätzen und scheinbar eindeutigen Schuldigen zu einer Konjunktur verhelfe und ein "Dagegen" begünstige.
Stattdessen gelte es, eine Haltung zu entwickeln, den Anderen nicht als Konkurrenten, als Fremden oder als Problem zu sehen, betonte Timmerevers. "Das verändert nicht von heute auf morgen die ganze Welt. Aber es verändert die Welt, in der ich lebe. Vielleicht beginnt Veränderung genau dort."
Rund 6.000 Veranstaltungen
Die bundesweite Interkulturelle Woche findet seit 1975 immer Ende September statt. Sie wird unterstützt und mitgetragen unter anderem von Kirchen, Kommunen, Wohlfahrtsverbänden, Gewerkschaften, Vereinen und Religionsgemeinschaften. In über 750 Städten und Gemeinden sind rund 6.000 Veranstaltungen geplant. Die Woche ist eine Initiative der Deutschen Bischofskonferenz, der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Griechisch-Orthodoxen Metropolie.
Der evangelische Oberlandeskirchenrat Thilo Daniel sagte laut Mitteilung der beiden großen Kirchen: "Wir leben im Pro und Contra. Selten findet sich ein Konsens. Heute begegnen wir uns in einem Dafür-Gottesdienst." Das "Dafür" verbinde.
Skadi Jennicke, Kulturbürgermeisterin von Leipzig, erklärte, dass ein einfaches Wort wie 'dafür' fast schon eine "kleine politische Zumutung" sei. "Denn 'dafür' verlangt eine Antwort, mit der man sich selbst ein Stück offenbaren muss: Wofür bist du eigentlich?"
Netzwerke stärken
Dass ein entsprechendes Engagement nicht nach dem Ende der Interkulturellen Woche am 4. Oktober aufhöre, machte Beate Sträter, die Vorsitzende des Ökumenischen Vorbereitungsausschusses, deutlich. Es müsse nun darum gehen, "dass wir unsere Verbindungen und Netzwerke noch viel mehr stärken, dass wir füreinander einstehen und auch ganz konkrete Hilfe leisten, wo das nötig ist, dass wir uns gemeinsam wehren, wenn Menschenrechtsarbeit und Einsatz für die Demokratie zerstört werden soll." (KNA)