Weihe von "Viri probati": Bischof Bonny vertraut auf Papst Leo XIV.
Der Antwerpener Bischof Johan Bonny ist weiter zuversichtlich, dass er wie geplant in zwei Jahren verheiratete Männer zu Priestern weihen kann. "Ich vertraue darauf, dass bis zum Ende des Synodenprozesses im Herbst 2028 eine angemessene Regelung gefunden werden kann", sagte er der "Herder Korrespondenz" (Oktober-Ausgabe). "Es wäre ein verhängnisvoller Schlag für die Glaubwürdigkeit und die Umsetzung des gesamten Synodenprozesses, wenn bis dahin keine Regelung zustande käme."
Sein Vertrauen speise sich besonders daraus, wie Papst Leo XIV. sein Amt als "Brückenbauer" ausführe, so Bonny weiter. "Wie ein guter Vater weiß er, was seine Kinder brauchen, und das ist nicht überall oder für alle dasselbe." Der Antwerpener Bischof verwies zudem auf Amtsbrüder in aller Welt, die ebenfalls mit akutem Priestermangel zu kämpfen hätten und ebenfalls die Weihe von verheirateten Männern befürworteten. "Wir stehen nicht alleine da", sagte er.
Katholische Identität bewahren
Bonny erklärte, er sei im Juni auf eigene Initiative nach Rom gereist, um mit den vatikanischen Behörden und dem Synodensekretariat über seine "Notlage" zu sprechen. Im Gepäck habe er einen Brief der Belgischen Bischofskonferenz gehabt, in dem diese sein Anliegen unterstütze. Bonny betonte, dass die sakramentale Struktur der Kirche nach genügend Priestern verlange, damit die katholische Identität bewahrt und weiter ausgebaut werde. Sakramente und sakramentaler Dienst bildeten die Triebkraft jeder missionarischen Tätigkeit, so der Bischof.
Bonny hatte in einem Hirtenbrief im März mit der Ankündigung, bis 2028 sogenannte Viri probati zu Priestern weihen zu wollen, weltweit für Aufsehen gesorgt. Er begründete den Schritt mit dem Priestermangel in seiner Diözese und der Umsetzung der Ergebnisse der Weltsynode. "Es ist eine Illusion, zu denken, dass ein ernsthafter synodal-missionarischer Prozess im Westen noch eine Chance ohne die Weihe verheirateter Männer zu Priestern hat", so Bonny damals. Zuletzt verriet er in einem Interview, dass er mit der Ausbildung mehrerer Männer begonnen habe. Die Kriterien für die Aufnahme seien dieselben wie für Ständige Diakone. (mal)
