Papst Leo XIV. lobt Fortschritte im katholisch-lutherischen Dialog
Papst Leo XIV. hat die Fortschritte im Dialog zwischen Katholiken und Lutheranern gewürdigt. "Ich freue mich, dass die lutherisch-katholischen Beziehungen im Laufe der Jahrzehnte sowohl geistlich als auch theologisch gereift sind", sagte er bei einem Treffen mit Vertretern des Lutherischen Weltbunds am Donnerstag im Vatikan. Der internationale Dialog habe wichtige Erkenntnisse hervorgebracht.
Als Beispiel nannte der Papst die "Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre", die am 31. Oktober 1999 in Augsburg unterzeichnet wurde. Darin verständigen sich die Kirchen theologisch über die Frage, die in der Zeit Luthers zur Kirchenspaltung führte. Laut der Erklärung sind sich Lutheraner und Katholiken einig darin, dass der Mensch allein auf die rettende Gnade Gottes angewiesen ist.
500 Jahre "Confessio Augustana"
Papst Leo äußerte sich in seiner Ansprache auch zum 500. Jahrestag des sogenannten Augsburger Bekenntnisses (Confessio Augustana) im Jahr 2030. Zum Augsburger Reichstag von 1530 hatte Kaiser Karl V. damals Katholiken und Protestanten aufgefordert, ihre Glaubenspositionen schriftlich zu formulieren. Die dabei entstandene "Augsburger Konfession" ist die erste offizielle Darstellung von Lehre und Praxis der Wittenberger Reformation mit weitreichender Ausstrahlung auf den gesamten Protestantismus.
Mit Blick auf das Jubiläum "wäre es gut, wenn es uns wieder gelänge, gemeinsam das vor-konfessionelle ökumenische Potenzial der Confessio Augustana zu bekräftigen", sagte der Papst. "Ich appelliere eindringlich an alle Gläubigen und besonders an die Theologen, ihren Blick auf Christus und sein Evangelium zu richten." Leo XIV. sagte weiter: "Kehren wir mit tiefer Hingabe zu unseren gemeinsamen Wurzeln zurück, zum Glauben der Urkirche und der Kirchenväter." Es gelte, das apostolische und vor-konfessionelle Erbe wiederzuentdecken, "das uns wahrhaftig als Brüder und Schwestern in Christus vereint".
Seit 1967 gibt es einen regelmäßigen Dialog des Lutherischen Weltbundes mit der römisch-katholischen Kirche. Eine gemeinsame Kommission ist seit Anfang 2026 in ihrer sechsten Dialogphase. Der Lutherische Weltbund mit Sitz in Genf umfasst 153 lutherische Kirchen mit rund 78 Millionen Mitgliedern in 99 Ländern. (KNA)
