Mit 90 Jahren

Katholischer Philosoph Jörg Splett gestorben

Veröffentlicht am 02.10.2026 um 10:25 Uhr – Lesedauer: 

Frankfurt ‐ Jörg Splett prägte als Philosoph und Theologe Generationen von Studierenden. Er verband beide Disziplinen, blieb im Austausch mit anderen und schuf ein umfangreiches Werk, das Spuren hinterlässt.

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Mit Jörg Splett ist einer der bekanntesten deutschsprachigen katholischen Philosophen gestorben. Wie die Philosophisch-Theologische Hochschule Sankt Georgen auf ihrer Internetseite mitteilte, starb der langjährige Professor für Philosophische Anthropologie und Religionsphilosophie bereits am Dienstag. Splett wurde 90 Jahre alt und hinterlässt eine Frau und zwei Söhne.

Er war 1971 als Ordentlicher Professor für Philosophie an die Hochschule Sankt Georgen der Jesuiten in Frankfurt am Main berufen worden. Deren Rektor Stephan Herzberg erklärte, Splett habe Generationen von Studierenden "nicht nur in die Grundfragen der Anthropologie, der Religionsphilosophie und der Philosophie der Neuzeit und Gegenwart eingeführt, sondern auch zum eigenen Nachdenken über Grunderfahrungen des Menschen im Lichte des christlichen Glaubens angeregt".

"Unermüdlich im Austausch"

Herzberg schrieb, Spletts Ansatz einer "Anthropo-Theologie" wisse sich bis heute ein großer Kreis von Philosophen und Theologen verpflichtet. "Er war, solange es seine Kräfte zuließen, unermüdlich im argumentativen Austausch, sei es mit Kollegen, Studierenden, Schülern, Künstlern, Gläubigen oder Nicht-Gläubigen."

Der 1936 in Magdeburg geborene Splett studierte Philosophie, Psychologie, Fundamentaltheologie und Pädagogik in Pullach, Köln und München. Nach seiner Promotion war er von 1964 bis 1971 Assistent von Karl Rahner sowie ab 1968 Dozent am Berchmanskolleg in Pullach. 1971 habilitierte er sich und wurde an die Hochschule Sankt Georgen berufen.

Über viele Jahre war er auch Gastprofessor an der Hochschule für Philosophie in München. Auch nach seiner Emeritierung 2005 beteiligte er sich über viele Jahre an der Lehre. Im Jahr 2014 verlieh ihm die Theologische Fakultät der Universität Augsburg die Ehrendoktorwürde. Das Werk des Wissenschaftlers umfasst rund 30 Monografien sowie weit über 800 Aufsätze und Artikel. Er verstand sich als Grenzgänger zwischen Philosophie und Theologie. (KNA)