"Wir müssen diesen Weg weitergehen"

Kardinal Ouellet lobt Papst Leos Umgang mit Missbrauchsbetroffenen

Veröffentlicht am 02.10.2026 um 11:25 Uhr – Lesedauer: 

Rom ‐ Der Umgang der Kirche mit sexuellem Missbrauch bleibt eine zentrale Herausforderung. Kardinal Marc Ouellet würdigt nun Papst Leo XIV. als Beispiel und spricht zugleich über seinen eigenen Fall.

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Für den emeritierten kanadischen Kurienkardinal Marc Ouellet hat Papst Leo XIV. mit seiner Begegnung mit Betroffenen sexueller Gewalt durch Kleriker ein Beispiel gegeben. "Wir müssen diesen Weg weitergehen", sagte Ouellet bei einer Pressekonferenz laut Vatican News am Donnerstag.

In diesem Zusammenhang kam der emeritierte Präfekt des Bischofsdikasteriums, nachdem er einen von ihm angestrengten Prozess wegen Verleumdung gewonnen hatte, auch auf seinen eigenen Fall zu sprechen: "Es war eine sehr schwierige, schmerzhafte Angelegenheit." Er sei der Justiz seines Landes dankbar, dass sie jeden Zweifel ausgeräumt habe. Dies schütze zudem "auch die Glaubwürdigkeit der Kirche in ihrem Kampf gegen Missbrauch". Wörtlich sagte er dazu: "Ich werde meinen Einsatz für den Schutz und die Unterstützung aller Betroffenen in der Kirche und in der Welt fortsetzen."

Hintergrund seiner Äußerungen ist ein Prozess, in dem eine Frau Ouellet sexuelles Fehlverhalten vorgeworfen hatte. Der Richter des Strafgerichts von Québec verurteilte die Frau dazu, dem Kardinal 100.000 kanadische Dollar Schadensersatz zu zahlen. Ouellet hatte Klage eingereicht, weil die Frau seiner Ansicht nach seine Ehre und Würde geschädigt hatte.

Synodalität keine Bürokratie

Unterdessen äußerte sich der Kurienkardinal auch zur Synodalität. Diese sei keine bürokratische Aufgabe, sondern vielmehr eine Art, Kirche zu leben und zu erfahren. Ebenso hob er hervor, dass die Synodalität das Bewusstsein für die gemeinsame Verantwortung für die Sendung der Kirche neu geweckt habe. "Wir alle haben Anteil an Christi Mittlerschaft", so Ouellet weiter.

In diesem Zusammenhang kündigte der emeritierte Präfekt des Bischofsdikasteriums ein internationales Symposium für April 2027 im Vatikan unter dem Titel "Berufungen und Charismen. Theologie der Gaben für eine missionarische und synodale Kirche" an. Die Initiative wird vom CRAV, dem Centre de recherche et d’anthropologie des vocations (Zentrum für Forschung und Anthropologie der Berufungen) organisiert, einer Einrichtung, die 2020 nach der Amazonas-Synode auf Anregung von Papst Franziskus gegründet wurde. (mtr)