Christian Würtz als neuer Bischof von Eichstätt ins Amt eingeführt

Der frühere Freiburger Weihbischof Christian Würtz ist offiziell Bischof von Eichstätt. Im Rahmen eines feierlichen Einführungsgottesdienstes am Sonntag im Dom der im Altmühltal gelegenen Stadt bekam er vom Apostolischen Nuntius in Deutschland, Erzbischof Hubertus van Megen, die päpstliche Ernennungsurkunde überreicht. Danach ließ er sich traditionsgemäß auf der Kathedra, dem Bischofssitz in der Kathedrale, nieder, um damit vom Bistum Besitz zu ergreifen.
Außerdem erhielt Würtz den Hirtenstab als sichtbares Zeichen der Sorge für die ihm anvertrauten Gläubigen ausgehändigt. Der 55-Jährige ist damit derzeit Deutschlands jüngster Diözesanbischof. Er folgt in Eichstätt Gregor Maria Hanke nach, der im Juni 2025 vorzeitig im Alter von 70 Jahren zurückgetreten war. Würtz, der in Theologie und Rechtswissenschaften promoviert wurde, ist Deutschlands jüngster katholischer Diözesanbischof. Er folgt Bischof Gregor Maria Hanke (72) nach, der vorzeitig zurückgetreten war. Das im 8. Jahrhundert von dem aus England stammenden Missionar Willibald gegründete Bistum zählt mehr als 330.000 Katholikinnen und Katholiken.
Mitarbeiten am Frieden
In seiner Predigt sagte Würtz, er wolle, so wie der Apostel Paulus es den jungen christlichen Gemeinden empfiehlt, zum Frieden beitragen. Dabei wisse er sich nicht allein, sondern habe seit seiner Ernennung auf vielfältige Weise erfahren dürfen, dass es im Bistum viele Menschen gegeben habe und auch heute gebe, die sich Tag für Tag für den Frieden einsetzten - "durch ihr Gebet wie durch ihr aktives Tun". Auch dann, wenn es anstrengend sei und sich der gewünschte Erfolg nicht einzustellen scheine, wolle er alle einladen, weiter am Aufbau des Reiches Gottes mitzuwirken.
An der Feier nahmen rund 180 Bischöfe, Priester und Diakone aus dem In- und Ausland teil. Dem Gottesdienst stand der Bamberger Erzbischof Herwig Gössl vor. Der Freistaat Bayern war neben Ministerpräsident Marcus Söder auch durch Innenminister Joachim Herrmann (beide CSU) vertreten.
Gutes Wertefundament nötig
Im Namen der Deutschen Bischofskonferenz gratulierte deren stellvertretender Vorsitzender, der Fuldaer Bischof Michael Gerber: "55 Jahre jung, 20 Jahre als Priester tätig, sieben Jahre Erfahrungen als Weihbischof in Freiburg - das sind gute Voraussetzungen für viele segensreiche Jahre hier im Bistum Eichstätt." Zudem verwies er auf den feinen Humor von Würtz und dessen starke theologische Argumentationskraft. Der Münchner Kardinal Reinhard Marx begrüßte Würtz als neues Mitglied der Freisinger Bischofskonferenz in Bayern. Als Westfale ließ er ihn wissen, dass man in Bayern wunderbar leben könne. "Das Herz ist offen, du wirst hier Heimat finden." Neben den Menschen im Bistum legte ihm der Kardinal auch die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt, die einzige in Deutschland, ans Herz.
Söder machte in seinem Grußwort deutlich, er sei überzeugt, dass das Wertefundament der christlich-abendländischen Idee allen eine Chance gebe auf Friede, Freiheit und Demokratie. Dazu gehöre auch der Respekt vor dem Einzelnen. Für die Katholische Uni versprach er zudem weiter staatliche Mittel. Der neue Bischof solle loslegen, denn es brauche in diesen Zeiten engagierte und mutige Bischöfe, die Mut machen könnten. Der neugewählte Diözesanratsvorsitzende Roland Schwab sprach als oberster Vertreter der Laien von Grund zur Freude. Viele Menschen hätten diesem Tag mit Spannung, vor allem aber mit großer Hoffnung entgegengesehen. Denn mit jedem Neuanfang verbinde sich die Chance, gemeinsam neue Schritte zu wagen. (mtr/KNA)