Schreiben und Vermächtnis betrachten

Erzbischof Lackner: "Amoris laetitia" ist wegweisende Schrift

Veröffentlicht am 07.10.2026 um 12:50 Uhr – Lesedauer: 

Salzburg/Vatikanstadt ‐ "Freude der Liebe": Erzbischof Franz Lackner will Papst Franziskus' Schreiben "Amoris laetitia" und seine Folgen gemeinsam betrachten. Bischöfe, Vertreter aus Familien und Experten tagen dazu eine Woche lang im Vatikan.

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Der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz hat das vor zehn Jahren veröffentlichte nachsynodale Schreiben "Amoris laetitia" (Freude der Liebe) als "eine wegweisende Schrift" gewürdigt. Jetzt gelte es, "in synodaler Unterscheidung auf dieses Schreiben und sein Vermächtnis zu blicken", sagte Franz Lackner der österreichischen Presseagentur Kathpress im Vorfeld des am Mittwoch beginnenden, einwöchigen Bischofstreffens zu Ehe und Familie im Vatikan.

Papst Franziskus sei es 2016 darum gegangen, Wege aufzuzeigen, "wie Kirche ein Ort authentischer Barmherzigkeit sein kann, der sowohl das Ideal als auch die konkrete Wirklichkeit des einzelnen Menschen berücksichtigt", so Lackner. Nun werden im Vatikan zu einem von Papst Leo XIV. einberufenen Treffen (7. bis 14. Oktober) rund 200 Bischöfe, Vertreter aus Familien und weitere Experten aus aller Welt erwartet.

Schreiben löste heftige Debatte aus

Schwerpunkt des Treffens ist die Frage, wie die katholische Kirche Familien begleiten kann, damit diese den Glauben weitergeben können. Die Begleitung der Menschen "in allen Lebenslagen, in Freuden und auch in Herausforderungen" sei der Kirche heute mehr denn je aufgetragen, so Lackner. Er freue sich auf Austausch, Begegnungen und Beratungen.

Das im Nachgang der Familiensynode von 2014/2015 veröffentlichte Schreiben löste damals eine lebhafte Debatte über den Umgang mit geschiedenen Wiederverheirateten aus. Sie gipfelte im November 2016 in einem öffentlich gemachten Brief von vier Kardinälen, die Zweifel ("dubia") äußerten und vom Papst eine Klarstellung verlangten. Franziskus hatte in dem Schreiben in einer Fußnote festgehalten, dass Wiederverheiratete in der katholischen Kirche nicht länger kategorisch vom Zugang zu Beichte und Kommunion ausgeschlossen sein sollten.

Die Beratungen werden im bereits erprobten "synodalen Stil" in der vatikanischen Audienzhalle stattfinden. Nach einem morgendlichen Impuls und einer Einführung in das täglich wechselnde Thema beraten die Teilnehmenden zunächst in 16 Kleingruppen. Jeweils am Nachmittag werden die Ergebnisse im Plenum besprochen. Pro Thema ist bei dem Treffen ein kurzer einführender Vortrag eines Bischofs, eines Experten sowie ein Erfahrungsbericht von "Betroffenen", also Eheleuten oder Familien, vorgesehen. Am Ende der Beratungen steht ein zusammenfassender Bericht, der an Papst Leo XIV. übergeben wird. (KNA)