Nach Bericht von Beobachtungsstelle

"Tagesschau": Keine politischen Brandanschläge auf Kirchen in 2024

Veröffentlicht am 07.10.2026 um 13:34 Uhr – Lesedauer: 

Bonn ‐ Die ARD-"Tagesschau" hat 33 angebliche Fälle von Brandanschlägen auf Kirchen in Deutschland einem Faktencheck unterzogen. Das Ergebnis: Die meisten Fälle sind in Wahrheit Sachbeschädigungen mit geringem Schaden.

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Ein Bericht der österreichischen Beobachtungsstelle für Intoleranz und Diskriminierung gegenüber Christen in Europa (OIDAC Europe), nachdem es im Jahr 2024 33 Brandanschläge auf Kirchen in Deutschland gegeben haben soll, ist laut einer Recherche der "Tagesschau" so nicht haltbar. Wie das von der "Tagesschau" verantwortete Faktencheck-Format "Rabbit Hole" am Dienstag berichtete, habe man alle Fälle angeblicher Brandanschläge, die im OIDAC-Jahresbericht im Oktober vergangenen Jahres veröffentlicht worden waren, überprüft.

Anfragen bei den zuständigen Polizeidienststellen hätten gezeigt, dass es sich bei den meisten Fällen um Sachbeschädigungen durch Brandlegung gehandelt hat, so die "Tagesschau". 27 Dienststellen hätten auf die Anfrage reagiert, keine einzige habe ein christenfeindliches Motiv festgestellt. Die Sachschäden seien zumeist gering gewesen, die Fälle vor Ort als "nicht dramatisch" wahrgenommen worden. Oft seien Kinder und Jugendliche die Täter gewesen. Das Bundeskriminalamt zählt den Angaben zufolge keinen einzigen Fall politisch motivierter Brandstiftung in Kirchen im Jahr 2024. 2025 waren es vier.

Muslimische Täter?

Im Internet wurden die Zahlen der OIDAC dagegen anders interpretiert. Immer wieder wird von militanten Muslimen gesprochen, die systematisch Kirchen anzündeten. Nach Einschätzung der "Tagesschau" soll so Angst und politischer Druck erzeugt werden. Die OIDAC selbst distanzierte sich wiederholt von Spekulationen über muslimische Täter. Die Erhebungen der Nichtregierungsorganisation basieren der "Tagesschau" zufolge auf Presseberichten und Erstmeldungen; Ermittlungsergebnisse der Polizei würden nicht abgewartet. Auf Anfrage der "Tagesschau" bat OIDAC-Direktorin Anja Tang um Verständnis, falls deshalb gelistete Fälle nicht mehr aktuell seien.

Die OIDAC ist eine durch Spenden finanzierte Nichtregierungsorganisation. Sie wurde von Gudrun Kugler gegründet, die für die konservative ÖVP im österreichischen Nationalrat sitzt. Die Organisation dokumentiert in einem Jahresbericht scheinbare Fälle von Gewalt und Intoleranz gegenüber Christen in Europa. (mbu)